BITKOM

Datenschützer erweisen dem Datenschutz "Bärendienst"

09.06.2011
Nach der Einigung von Microsoft mit den zuständigen Datenschützern für dessen Panoramadienst Streetside hat der Branchenverband BITKOM die Forderungen der Datenschutzbeauftragten kritisiert.
BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer
BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer
Foto: BITKOM

Mit dem aktuell durchgesetzten Vorabwiderspruch erwiesen die Datenschützer dem Schutz von Daten einen "Bärendienst", sagte Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer am Donnerstag laut einer Mitteilung. Zudem laufe diese Praxis Gefahr, dass kleine und mittelständische Unternehmen kaum noch eine Chance hätten, im Wettbewerb mitzuspielen.

Nach langem Drängen der Datenschützer hat Microsoft am Donnerstag eine auf zwei Monate begrenzte Vorab-Widerspuchsfrist für die Einstellung von Bildern in seinen neuen Panoramadienst Streetside angekündigt. "Wir haben Verständnis dafür, dass Microsoft nunmehr auf Druck von Datenschützern und Politikern auf freiwilliger Basis eine Vorabwiderspruchsmöglichkeit bei seinem Geodatendienst Bing anbietet", sagte Scheer. Dies sei für große, international aufgestellte Unternehmen durchaus leistbar. Mittelständische deutsche Anbieter könnten den hohen Aufwand, den dieses Verfahren mit sich bringt, aber in der Regel überhaupt nicht leisten.

"Datenschützer und Politiker lassen bei ihren mantraartig vorgetragenen Forderungen außer Acht, dass dabei unvermeidlich große Mengen persönlicher Daten anfallen", sagte Scheer. Die Bearbeitung solcher Vorabwidersprüche per Fax, E-Mail und Post müsse vielfach in großer Zahl auch händisch erledigt werden. Und neben der Adresse müssten viele detaillierte Angaben eingeholt werden, um ein bestimmtes Haus zu identifizieren. "Dem Datenschutz erweist man damit einen Bärendienst."

Die ITK-Industrie hatte sich deshalb mit der Politik auf eine einen Datenschutzkodex und eine Selbstverpflichtungserklärung verständigt. Diese würde es auch kleineren Unternehmen ermöglichen, eigene Angebote ins Netz zu stellen. Im Kodex ist neben den normalen Widerspruchsmöglichkeiten über die verschiedenen Dienste auch eine zentrale Website vereinbart, über die Bilder von Panoramadiensten schnell gefunden werden können. (dpa/tc)