Caspar und Co

Datenschützer besorgt über WhatsApp-Übernahme

20.02.2014
Deutsche Daten- und Verbraucherschützer erwarten, dass Facebook nach der Übernahme von WhatsApp Informationen aus dem Kurznachrichtendienst mit eigenen Daten zusammenführt.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagte am Donnerstag, wegen des hohen Kaufpreises von 19 Milliarden Dollar "kann man davon ausgehen, dass eine Kapitalisierung über die personenbezogenen Daten der Nutzer erfolgen muss". Facebook hat ein Büro in Hamburg, Caspar will bei dem Unternehmen eine Anfrage stellen. Mit der Übernahme werde sich WhatsApp künftig an europäisches Datenschutzrecht halten müssen, betonte er.

Johannes Caspar: WhatsApp muss sich künftig an europäisches Datenschutzrecht halten.
Johannes Caspar: WhatsApp muss sich künftig an europäisches Datenschutzrecht halten.
Foto: HmbBfDI / Thomas Krenz

Auch Verbraucherschützer rechnen mit einem Zugriff von Facebook auf die WhatsApp-Informationen. "Wir gehen davon aus, dass diese Daten auch mit den Facebook-Daten verknüpft werden", sagte Boris Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein der dpa. "Das ist für Facebook bares Geld wert." Die Unternehmen betonten dagegen, dass WhatsApp weiterhin unabhängig agieren werde.

"Facebook ist ja nun keine Wohltätigkeitsorganisation, also hier stecken ganz klar auch wirtschaftliche Interessen dahinter", sagte Carola Elbrecht, Digitalexpertin vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. (dpa/tc)