Ratgeber Speicher-Crash

Datenrettung mit den Profis

ist Geschäftsführer Österreich beim Datenrettungs-Spezialisten Attingo.
Fallen Speichersysteme eines Unternehmens durch einen technischen Defekt aus, bedroht das im schlimmsten Fall die Existenz des Unternehmens. Mit der richtigen Strategie geht der Speicher-Crash jedoch glimpflich aus. Für den Ernstfall stehen professionelle Datenretter bereit, die Daten selbst in aussichtslos erscheinenden Lagen schnell wieder herstellen können.
Festplatten sind recht empfindlich und nicht lange haltbar.
Festplatten sind recht empfindlich und nicht lange haltbar.
Foto: Attingo Datenrettung, www.attingo.com

Steintafeln sind sichere Speichermedien – Wind und Wetter können ihnen nichts anhaben und ihre gespeicherten Daten, also Inschriften, kann man selbst nach Jahrhunderten noch lesen. In Unternehmen können IT-Administratoren von dieser hohen Widerstandsfähigkeit ihrer Speichersysteme nur träumen, denn digitale Daten sind deutlich flüchtiger. So ist beispielsweise die Lebensdauer von Festplatten auf wenige Jahre begrenzt und Hersteller geben selbst für Enterprise-Laufwerke, die anders als normale Desktop-Festplatten für den Dauerbetrieb ausgelegt sind, nicht mehr als die branchenüblichen 5 Jahre Garantie.

Um einem Datenverlust wirksam vorzubeugen, setzen Unternehmen deshalb auf moderne Speicher-Management-Systeme, bei denen die Ausfallwahrscheinlichkeit sehr gering ist. Dazu gehören zum Beispiel RAID-Systeme, in denen mehrere Festplatten zu einem Verbund zusammengeschlossen sind und durch eine clevere Verteilung der Daten eine hohe Datensicherheit erreichen. Oftmals verfügen die Speichersysteme über zusätzliche Backup-Funktionen und können Daten so laufend sichern.

Auch modernste Speichersysteme schützen nicht vor Datenverlust

Dennoch – kein Speichersystem schützt hundertprozentig vor Datenverlust. Besonders Festplatten sind anfällig für Defekte, da sie viele mechanisch bewegte Komponenten einsetzen. Durch Erschütterungen, Überhitzung, Produktions- oder Transportschäden können die Schreib-/Leseköpfe der Festplatte auf den Plattenoberflächen aufschlagen und diese beschädigen – Datenverlust ist dann vorprogrammiert.

Auch die stabileren Solid-State-Disks (SSDs), die im Grunde nur aus einer Gruppe von Flash-Speicherzellen bestehen, sind vor Schäden nicht gefeit. Durch oben genannte Einflüsse kann deren Innenleben ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, etwa durch Haarrisse in der Platine. Spätestens bei höherer Gewalt hilft keine noch so sorgfältige Behandlung und Wartung des Speichersystems. Eine durch einen Blitzschlag hervorgerufene Überspannung, ein Wassereinbruch oder ein Brand im Rechenzentrum können Datenträger so stark beschädigen, dass gar kein Zugriff auf die dort gespeicherten Informationen mehr möglich ist. In solch einem Fall hilft nur noch ein Datenrettungsprofi. Von Datenrettungsversuchen in Eigenregie raten Experten übrigens ab, da sich Hardware-Defekte zum einen nicht mit Software-Tools beheben lassen. Zum anderen sollte man die defekten Datenträger auch auf keinen Fall selbst öffnen. Dabei entsteht an den empfindlichen Bauteilen und den gespeicherten Daten oftmals zusätzlich schwerer Schaden, was die Chancen auf eine erfolgreiche Datenrettung stark verringert.