Big-Data-Experten

Datenanalyse in Hochgeschwindigkeit

25.02.2015
Peter Ilg ist freier Journalist in Aalen.
In Daten steckt Gold. Werden sie analysiert, wissen Unternehmen schon im Herbst, was die Kunden für Weihnachten brauchen. Und der Finanzsektor benötigt Daten rasend schnell.

Jeden Tag fallen unvorstellbare Mengen an Daten an. Smartphones, Sensoren in Autos, Online-Anwendungen sind die Quellen. Das Schlagwort Big Data steht für die Analyse großer Datenmengen in hoher Geschwindigkeit, mit dem Ziel, diese nutzbar zu machen. "Computerdaten sind Gold, wir veredeln sie durch Bearbeitungsgeschwindigkeit", sagt Tobias Fischer (41) von der Software AG in Darmstadt. Das Unternehmen optimiert Geschäftsprozesse auf Basis von Datenanalysen in Echtzeit.

Mehrwert aus Datenströmen herausfiltern

Momentan arbeitet Fischer an der Vertriebsoptimierung eines Großkunden aus der Finanzwirtschaft: "Wir filtern aus Datenströmen den Mehrwert für das Unternehmen heraus." Das sind zum Beispiel Börsen- und Unternehmenswerte: "Die Daten werden gebündelt und kombiniert." Bis zu 150.000 Datensätze pro Sekunde werden analysiert, mit dem Ziel, verlässliche Informationen für kommenden Entwicklungen am Kapitalmarkt zu geben: "Wir analysieren die Daten auf dem Weg zum Speicherplatz und warten nicht ab, bis sie in Datenbanken abgelegt sind." Das führt zu rasend schnellen Ergebnissen.

Tobias Fischer von der Software AG filtert aus Datenströmen den Mehrwert heraus.
Tobias Fischer von der Software AG filtert aus Datenströmen den Mehrwert heraus.
Foto: Software AG

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Fischer hat Informatik studiert, dann bei unterschiedlichen Arbeitgebern Software mit sehr hoher Skalierung entwickelt. Auf manche Anwendungen konnten 60.000 User gleichzeitig zugreifen. Seit 2012 arbeitet er bei der Software AG im technischen Pre-Sales: "Ich versuche, Kunden Big-Data-Technologien näherzubringen, entwickle Lösungskonzepte und baue Testinstallationen auf." Dafür braucht er technische Kenntnisse, muss die Programmiersprachen Java, C++ und die hausintern benutzten Sprachen beherrschen und sich mit Performance-Management auskennen. "Da ich im Pre-Sales immer mit Menschen zu tun habe, brauche ich kommunikative Fähigkeiten. Ich muss die Herausforderungen des Kunden mit Big Data verstehen."

Jürgen Krämer, Vice President Strategy & Product Management bei der Software AG, nennt grundsätzliche fachliche Anforderungen an Big-Data-Profis: "Ein Studium der Mathematik oder Informatik sowie fundiertes Datenbankwissen sind eine gute Basis." Hinzu kommen praktische Erfahrungen mit Business-Analytics-Werkzeugen, Kenntnisse des maschinellen Lernens und im Data Mining sowie ein grundlegendes Verständnis für Architekturen großer Softwaresysteme und Technologietrends.

Jürgen Krämer, Software AG: "Ein Informatikstudium ist eine gute Basis."
Jürgen Krämer, Software AG: "Ein Informatikstudium ist eine gute Basis."
Foto: Software AG

Big Data-Studiengänge

Die Hochschule Aalen bietet den Master-Studiengang Big Data und Business Analytics. Ausgebildet werden Data Scientists, die mittels neuer Analyseinstrumentarien Daten nutzbar machen. Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen nennt ihr ähnliches Master-Angebot Data Science. Es ist ein berufsbegleitender Studiengang.

Big Data heißt, Millionen Daten in Hochgeschwindigkeit auswerten und aufbereiten.
Big Data heißt, Millionen Daten in Hochgeschwindigkeit auswerten und aufbereiten.
Foto: Dreaming Andy - Fotolia.com

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Dieser Artikel ist im COMPUTERWOCHE-Sonderheft "Zukunft der IT-Profis" erschienen, welches hier zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

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