Fritzbox statt PRISM

Daten in der privaten Cloud speichern

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Daten in der Cloud speichern? Seit dem bekannt ist, wie die Geheimdienste im großen Stil in der digitalen Welt schnüffeln, bereitet dies etlichen Usern Bauchschmerzen. Wer keine allzu großen Ansprüche stellt, kann seine Daten sicher auf der Fritzbox speichern und dennoch von unterwegs darauf zugreifen.
In PRISM-Zeiten kein Vertrauen in US-amerikanische Cloud-Anbieter? Mit der Fritzbox lässt sich eine Cloud in den eigenen vier Wänden realisieren.
In PRISM-Zeiten kein Vertrauen in US-amerikanische Cloud-Anbieter? Mit der Fritzbox lässt sich eine Cloud in den eigenen vier Wänden realisieren.
Foto: AVM

Es müssen nicht immer Dropbox und Co. sein, um Daten mit anderen zu teilen. Wer seine Private Cloud in den eigenen vier Wänden realisieren will, kann dies beispielsweise mit Fritzbox-Modellen wie der Fritzbox 7390, 7360 oder 3390. Bilder, Musik, Filme, Dokumente sind so nicht nur im lokalen Netz auf allen Geräten wie Laptop, TV oder Tablet erreichbar, sondern auch von unterwegs kann per Notebook oder Smartphone auf die Daten zugegriffen werden. Die Übertragung und der Zugriff der Daten erfolgt laut Hersteller AVM verschlüsselt über https.

AVMs Cloud-Lösung setzt dabei in Kombination der Fritzbox auf den Diensten MyFritz und FritzNAS auf. Per FritzNAS können USB-Speichermedien wie USB-Festplatten oder -Sticks an die Box angeschlossen werden. Auf diese Weise bleiben die Daten, so der Hersteller, an einem bekannten Ort unter der Kontrolle des Besitzers. Um die Fritzbox auch von unterwegs trotz dynamischer IP-Adresse erreichen zu können, ist noch der Dienst MyFritz erforderlich. Dieser ermöglicht den kennwortgeschützten Zugang zur Fritzbox aus der Ferne.

Für Anwender, die in Zeiten von PRISM ihre Daten nicht weiter bedenkenlos US-Anbietern wie Dropbox zur Verfügung stellen wollen, ist die AVM-Lösung sicherlich ein interessanter Ansatz. Zumal er in der Regel für den User keine Kosten verursacht, wenn eine aktuelle Fritzbox vorhanden ist. Allerdings sollten Anwender bedenken, dass auf diese Weise auch die Einstellungen der Fritzbox von außen zugänglich sind, wenn auch durch Kennwort geschützt. Dafür können in der aktuellen Laborversion der 7390 nun verschiedenen Benutzern unterschiedliche Rechte in verschiedenen Verzeichnissen zugewiesen werden. Wer allerdings eine komplexere Private Cloud aufbauen will, sollte überlegen, ob er nicht zusätzliches Geld investiert und sich für eine dedizierte NAS-Lösung entscheidet, denn gängige Modelle erlauben ebenfalls die Einrichtung einer Cloud in den eigenen Wänden.