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Data-Mining-Pionier wechselt zu Microsoft

16.05.2006
Rakesh Agrawal gilt als der Erfinder des Data Mining. Er hat nun der IBM den Rücken gekehrt und als Technical Fellow bei den Search Labs von Microsoft angeheuert.

Zuletzt hatte vor allem Google renommierte Suchexperten für sich gewinnen können, etwa Kai-Fu Lee von Microsoft oder Udi Manber von Amazon.com. Nun punktet wieder einmal Microsoft mit der Rekrutierung von Agrawal, der bei Big Blue als IBM Fellow zu höchsten Forscherehren kam. Der Wissenschaftler gehört zu den bekannteren Koryphäen in Sachen Datenextraktion und Datenbanken.

Die Idee zu Data Mining - der Kunst, Trends aus großen und oft vereinzelten Unternehmensdatenspeichern zu erkennen - hatte Agrawal Anfang der 90er Jahre bei einem Mittagessen mit einem Manager der britischen Warenhauskette Marks & Spencer. Diese hatte alle möglichen Daten gesammelt, wusste damit aber nichts so recht anzufangen. Zusammen mit seinem Team begann Agrawal dann Algorithmen für Open-ended Queries zu entwickeln. Diese publizierte er 1993 in einem Paper und beschrieb sie als Data Mining. Der Aufsatz wurde später in mehr als 650 andere Studien zitiert.

"Wir waren nicht einmal sicher, ob wir das veröffentlichen sollten", bekannte Agrawal, "weil wir befürchteten, dass die Leute es zu schlicht finden würden."

In letzter Zeit hat sich Agrawal laut Branchendienst "Cnet" verstärkt dem Thema der "Randomization" gewidmet. Dabei werden Daten verwürfelt, bevor sie in einer Datenbank landen. Mithilfe spezieller mathematischer Techniken lassen sich daraus aber ähnliche Muster ermitteln wie sie sich aus den tatsächlichen Daten ergeben würden. Unternehmen können damit Daten über ihre Kunden gewinnen und gleichzeitig den Datenschutz wahren. (tc)