Data Logic AB: Das expansive französische Software-Konglomerat Cap Gemini Sogeti SA streckt seine Fühler auch in Richtung Skandinavien aus. Die Cap-Gruppe ist an der Übernahme des schwedischen Unternehmens Data Logic interessiert. Die geplante Transakti

01.04.1988

Data Logic AB:

Das expansive französische Software-Konglomerat Cap Gemini Sogeti SA streckt seine Fühler auch in Richtung Skandinavien aus. Die Cap-Gruppe ist an der Übernahme des schwedischen Unternehmens Data Logic interessiert. Die geplante Transaktion - Wert: umgerechnet 56 Millionen Mark - würde den Franzosen auch Zugang zum norwegischen und zum dänischen Markt verschaffen.

Compugraphic Corp.:

Die Bayer-Tochte Agfa übernimmt alle noch umlaufenden Aktien des amerikanischen Herstellers elektronischer Satzsysteme. Allerdings muß Agfa mit 27 Dollar pro Aktie 5,50 Dollar mehr bezahlen, als ursprünglich angeboten. Der deutsche Konzern hielt bisher 83 Prozent des Compugraphic-Kapitals.

Floating Point Systems Inc.:

Dem Hersteller von Minisupersomputern wird die Kapitaldecke zu dünn. Für die weitere Entwicklung der Supersomputerserie T, die auf der Inmos-Transputertechnik basiert, sucht Floating Point nun einen finanzkräftigen Partner.

Grid Systems Corp.:

In der langen Reihe von DV-Firmen, die ihre Selbständigkeit verlieren oder aufgeben, findet sich jetzt auch Grid, Hersteller von tragbaren Computern, die es auch unter erschwerten Arbeitsbedingungen noch tun. Ölbohrer oder Seeleute müssen demnächst ihre Grid-Rechner über Tandy beziehen, denn diese amerikanische Kette von Elektronikläden hat den Hersteller geschluckt. Kaufpreis: insgesamt 87 Millionen Dollar, davon 55 Millionen Dollar sofort zahlbar in Form von eigenen Aktien. Für Tandy bringt die Grid-Übernahme vor allem Kapazitäten im Entwicklungs- und Produktionsbereich sowie Zugang zum Behördengeschäft.

Informix Innovative Software GmbH:

Unter diesem Bandwurmnamen firmiert ab April die deutsche Tochter der fusionierten amerikanischen Softwarehäuser Informix und Innovative. Der Sitz der Gesellschaft wird im Münchner High-Tech-Stadtteil Arabellapark sein; die Geschäftsführung übernimmt Informix-Chef Walter Beisheim.

Memorex Telex Corp.:

Die durch die Fusion Ende letzten Jahres entstandene Gesellschaft, Anbieter von IBM-kompatibler Computerperipherie mit Sitz in Amsterdam, wird in den Niederlanden ein Distributionszentrum in der Gemeinde Beek sowie ein Wartungszentrum (mit zentralem Teilelager und einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung) in Eijsden errichten. Beide Einrichtungen, die zusammen gut 13 Millionen Mark kosten, sollen bereits im August dieses Jahres fertiggestellt sein. Mit den Zentren will die neue Gesellschaft ihre europäische Präsenz verstärken.

Scheuchl & Partner GmbH (S.O.P.):

Das Münchner Softwarehaus gehört neuerdings zur Bonner Soba-Gruppe, die sich selbst als größtes deutsches Softwareunternehmen für die /36- und /38-Rechner der IBM sieht. Soba - das Kürzel steht für Firmenchef Franz-Ludwig Solzbacher - setzte 1987 gut 13 Millionen Mark um.

Compu-Orga GmbH:

Als sechstes und bisher größtes Softwarehaus hat die MAI Deutschland GmbH jetzt die Compu-Orga Gesellschaft für Computer-Organisation mbH, Köln, übernommen. Mit dem Deal sichert sich der amerikanische Betriebssystemexote MAI einen beträchtlichen Kundenstamm im Krankenhausbereich: Compu-Orga bringt es auf 300 "autonome" Klinikinstallationen. Das Unternehmen hat 50 Mitarbeiter.

Interactive Systems Corp.:

Der Fotokonzern Eastman Kodak Co. will dieses kalifornische Systemsoftwarehaus übernehmen, das bereits Mitte der achtziger Jahre eine Unix-Implementation für IBMs 370-Rechner entwickelt hatte. Interactive soll als Tochtergesellschaft geführt und organisatorisch an der neugegründeten Software Systems Division von Kodak aufgehängt werden.

Security Data GmbH:

Die Solothurner Borer Communications AG, die zur Schweizer Tele-Columbus-Gruppe gehört, hat sich mehrheitlich an dem Nürnberger Unternehmen beteiligt, das in der Bundesrepublik Zugangskontroll- und Zeiterfassungssysteme anbietet. Unter dem neuen Namen Borer Security Data GmbH vertreiben die Franken demnächst auch Borer-Produkte.

Ungermann-Bass Inc.:

Die Übernahme des Netzspezialisten durch die Tandem Computers Inc. ist perfekt. Die Aktionäre hatten Tandem bis zum Stichtag, dem 17. März, insgesamt 95 Prozent der umlaufenden Anteile angedient. Die Fusion von Ungermann-Bass mit einer Tandem-Tochter soll bis zum Ende des zweiten Quartals vollzogen sein.

Fusionen über Fusionen

Es ist nicht mehr zu übersehen - der Konzentrationsprozeß in der DV-Branche ist voll im Gange. Fast täglich erreichen Meldungen dieses Kalibers die Redaktion: Hardwarehersteller A schluckt Netzwerkspezialist B, Softwarehaus X fusioniert aus "strategischen" Gründen mit Softwarehaus Y, der branchenfremde LMN-Konzern beteiligt sich am Systemhaus OPQ. Die Redaktion hat sich daher entschlossen, diesem Thema eine eigene Rubrik zu widmen. In gebotener Kürze wird darin alles zu lesen sein über die kleinen Fische, die von den großen gefressen werden, und über die großen Fische, die ihren Expansionshunger zu befriedigen trachten.