Web

 

Dassault und i2 entwickeln Beschaffungslösungen

11.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft wollen i2 Technologies und Dassault Systèmes gemeinsam Softwarelösungen für die Beschaffung erarbeiten. Die Applikationen sollen auf der "V5"-Plattform des PLM-Spezialisten (PLM = Product Lifecycle Management) Dassault aufbauen, die bereits die Werkzeuge "Catia", "Enovia" und "Delmia" umfasst.

In der i2-Diktion handelt es sich um eine "Beschaffungslösung der nächsten Generation". Das Ziel der Entwicklung bestehe darin, "die gesamte Beschaffung entlang des Produktlebenszyklus zu integrieren", also die Grenzen zwischen Konstruktion und Beschaffung aufzuheben. Dadurch könnten alle an dieser Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmen ihr Innovationspotenzial besser ausschöpfen und wirtschaftliche Vorteile erringen.

Als Kronzeugen für die Wichtigkeit dieses Ansatzes zitiert der Anbieter von bedarfsgesteuerten Supply-Chain-Management-Lösungen den Marktbeobachter Tim Minahan, Senior Vice President of Supply Research bei der Aberdeen Group: "Unternehmen, die Beschaffung und Konstruktion bereits frühzeitig in der Entwicklung abstimmen, konnten ihre Produktionskosten um 18 Prozent senken, Produkte zehn bis 20 Prozent schneller im Markt einführen und eine mehr als 20-prozentige Verbesserung der Produktqualität bei Markteinführung erzielen."

Im Detail soll das künftige Angebot der Konstruktionsseite den Zugang zu beschaffungsrelevanten Überlegungen ebnen, während den Beschaffungsverantwortlichen konstruktionsbezogene Informationen und 3D-Digital-Mockup-Daten zur Verfügung gestellt werden. Damit eröffnen sich, so i2, etliche Vorteile: Die Ingenieure können das Design im Hinblick auf Verfügbarkeit, bevorzugte Lieferanten oder Obsoleszenz verbesserten. Die Auswahl von Bauteilen lässt sich an Kriterien wie Kosten, Lieferfristen oder geografischen Gegebenheiten ausrichten. Wenn alle Kriterien im Vorfeld berücksichtigt werden, verringern sich Abstimmungsaufwand und Nacharbeiten. Und letztendlich sind die Beschaffungsspezialisten in der Lage, die Funktion von Bauteilen bereits vor dem Kauf zu visualisieren und zu simulieren.

Für die Entwicklung der neuen Software hat i2 eigens ein Kompetenzzentrum in Charlotte, North Carolina, gegründet, das eng mit den unternehmenseigenen Softwarespezialisten im indischen Bangalore zusammenarbeiten soll. Die Kontrolle über die Entwicklermannschaft im Südosten der USA will der Demand-Planning-Spezialist allerdings aufgeben, sobald zwei offene Punkte mit Dassault geklärt sind: Dabei handelt es sich offenbar um Fragen der Personalübernahme und der Nutzungsgebühren für geistiges Eigentum ("Intellectual Property"). Auf jeden Fall erwartet i2 von seinem frisch gebackenen Partner einen finanziellen Ausgleich in Höhe von zehn Millionen Dollar. (qua)