Tag 11: Clevere Funktionen und neue Features

Das Windows-8-Tagebuch

03.04.2012 | von 
Moritz Jäger
Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
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Neben den auffälligen Neuerungen bringt die Consumer Preview von Windows 8 auch viele kleinere Funktionen, die nicht weniger erwähnenswert sind. Unser Autor gibt einen Überblick.

Während meines Praxistests der Consumer Preview von Windows 8 bin ich über einige interessante Funktionen und neue Features gestolpert. In diesem Tagebuch stelle ich ein diese neuen Funktionen vor.

Speicherplätze

Daten-Backup: File History sichert regelmäßige Versionen der einzelnen Daten - ähnlich wie die TimeMachine von Apple.
Daten-Backup: File History sichert regelmäßige Versionen der einzelnen Daten - ähnlich wie die TimeMachine von Apple.

In der Consumer Preview noch nicht übersetzte, aber eine enorm interessante Funktion: Die Speicherplätze oder Storage Pools sind ein cleverer neuer Ansatz zur Datenverwaltung. Theoretisch klappt dies so: Zwei oder mehr physische Festplatten werden von Windows 8 zu einem großen Speicherpool zusammengefasst, der im Betriebssystem unter einer Laufwerksbezeichnung erscheint. Wird der Platz zu eng, kann man eine weitere Festplatte dynamisch hinzuhängen. Microsoft bietet die Wahl zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit. Wählt man letztere ist jedes Byte mindestens zweimal im Speicherpool vorhanden.

Diese Technik dürfte aus dem Server- und Cloud-Umfeld stammen, dort sind Speicherpools inzwischen gang und gäbe. Microsoft könnte so den komplexen RAID-Architekturen den Schrecken nehmen, vor allem die Sicherheits-Option klingt interessant.

Leider konnte ich die Funktion noch nicht selbst testen, die 128 GByte SSD meines Notebooks reicht dazu nicht aus. Mein Desktop-Rechner bietet zwar genügend Festplatten, allerdings wage ich hier noch nicht den Schritt zu Windows 8 - schließlich müssen dort Funktionen wie die qualifizierte digitale Signatur arbeiten.

File History

Ebenfalls nur teilweise übersetzt ist File History. Wie der Name andeutet, handelt es sich dabei um eine integrierte Backup-Funktion für einzelne Dateien. Ähnlich wie bei Apples TimeMachine werden verschiedene Versionen einer einzelnen Datei auf einem externen Datenträger gespeichert. Zeigt die aktuelle Datei einen Fehler, kann man mit dieser Funktion eine ältere Version zurückspielen. Speichert man die Daten auf einem Netzwerklaufwerk, kann man dieses auch gleich den anderen Mitgliedern in der Heimnetzwerkgruppe empfehlen.

Die Funktion ist praktisch, stört nicht und kann im Ernstfall eine Menge Arbeit ersparen. Allerdings muss man sich auch darüber klar sein, dass dadurch die Grundlast im Netzwerk steigt, WLANs könnten bei vielen Endpunkten schnell an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen.

Firewall für Apps

Die Windows Firewall ist ein alter Hut, sie ist bereits seit Windows XP mit an Bord. Neu ist, dass es nun eine spezielle Oberfläche für Metro-Apps gibt. Für jede installierte Anwendung kann der Administrator gezielt festlegen, ob sie sich mit privaten und/oder öffentlichen Netzwerken verbinden darf - oder ob gar kein Webzugriff erlaubt ist.

Anmeldeinformationen

Bereits Windows 7 bringt eine Oberfläche mit, über die sich gespeicherte Anmeldeinformationen verwalten lassen. Diese wird jetzt erweitert und kann nicht mehr nur die Windows-Informationen (etwa für Netzwerkzugänge) anzeigen, sondern bietet auch eine Oberfläche für Zugangsdaten zu Web-basierten Daten. Dahinter verbergen sich alle Zugänge, die von Metro-Apps benötigt werden. Leider lassen sie sich nicht anpassen oder einsehen, sondern nur löschen.

Windows Explorer mit neuen Funktionen

Der Windows Explorer kriegt in Windows 8 nicht nur eine neue Leiste, das so genannte Ribbon, sondern lernt auch neue Funktionen. Bei Musikdateien beispielsweise kann man Titel direkt im Explorer über den Reiter "Musiktools" in die Musik-Applikation übergeben. Eine weitere Funktion wird nur einen Bruchteil der hier mitlesenden interessieren, diese werden davon aber begeistert sein: Endlich kann der Windows Explorer einen Pfad zu einer Datei in die Zwischenablage kopieren. Die Funktion findet sich in der Ribbon im Reiter "Start". Hoffentlich erhält diese Funktion bis zur finalen Windows-Version noch ein Tastenkürzel, aktuell fehlt dieses noch.

Multi-Monitor-Spaß

Windows 8 auf einem Monitor ist nett. Richtig spaßig wird es aber erst, wenn man mehrere Monitore nutzt und den Windows-Desktop über die Tastenkombination Windows + P auf diesen erweitert. Einer zeigt dann stets die Desktop-Ansicht, beim anderen kann man zwischen Desktop und Metro-Oberfläche umschalten. Leider kann man (bislang) Metro Apps nur auf dem primären Monitor andocken.

Haben Sie selbst neue Funktionen in Windows 8 entdeckt? Dann schreiben Sie uns doch, entweder in den Kommentaren oder auf Facebook. (ph)