Tag 7: Eine Woche Windows 8

Das Windows-8-Tagebuch

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Unser Autor nutzt seit mehr als einer Woche die Vorschauversion von Windows 8 in der Praxis. Im heutigen Tagebucheintrag zieht er Zwischenbilanz.

Vor etwas mehr als einer Woche habe ich mich auf meinem Notebook von Windows 7 verabschiedet, um dort die Community Preview von Windows 8 zu installieren. In erster Linie ging es mir darum, ob sich Windows 8 und das neue Metro-Interface auf Geräten ohne Touchscreen brauchbar verwenden lassen. Nach der ersten Woche, in der ich mich im Detail mit der Installation, den PIM-Apps, dem Startmenü, der Hardware, der Software und den Multimedia-Funktionen auseinandergesetzt habe, wird es Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

Übersichtlich: E-Mail-Metro-App neben Desktop-Browser.
Übersichtlich: E-Mail-Metro-App neben Desktop-Browser.

Ja, Windows 8 funktioniert auch auf Notebooks ohne Touchscreen. Allerdings nur, wenn man sich auf das neue System einlässt, neue Tastenkürzel (Windows + C, Windows + D) lernt und Metro nicht allzu ernst nimmt. Die meisten Metro-Apps sind in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, was man aber einer Beta-Version nicht wirklich ankreiden darf. Für die finale Version wünsche ich mir allerdings, dass die Apps deutlich besser miteinander kommunizieren können, etwa dass die Übergabe von Termineinladungen aus der E-Mail-App in die Kalender-App funktioniert.

Im Alltag nutze ich das Metro-Menü kaum, hauptsächlich bin ich in der gewohnten Desktop-Ansicht unterwegs. Zu Beginn ging der Mauszeiger zwar oft nach links unten, inzwischen drücke ich aber automatisch die Windows-Taste, wenn ich ein Programm starten möchte. Die Live-Tiles der Metro-Oberfläche sind nett, allerdings für mich eher Spielerei. In meinem normalen Arbeitsalltag hab ich mehrere Fenster gleichzeitig geöffnet, etwa Browser, Instant-Messenger und eine Textverarbeitung. Da kann ich eine App nicht brauchen, die den kompletten Bildschirm exklusiv ausfüllt.

Windows 8 bringt aber bereits jetzt einige Funktionen mit, die ich nicht mehr missen möchte. Dazu gehört die enorm schnelle Aufwachzeit. Das Notebook ist sowohl aus dem Stand-by wie auch ausgeschaltet innerhalb von Sekunden einsatzbereit. Das gilt auch für die Anmeldung am WLAN. Gegenüber früheren Windows-Versionen geht das deutlich fixer, was die Aussagen der Entwickler aus diesem Blog-Eintrag bestätigt.

Es gibt noch eine Funktion, die ich aktiv nutze, für dich ich aber bislang keine offizielle Bezeichnung gefunden habe: Jede Metro-App lässt sich am oberen Rand packen und herunterziehen. Anschließend kann man sie links oder rechts am Bildschirm fest anheften. Die App bleibt dann auch sichtbar, wenn man andere Applikationen öffnet, egal ob es sich um Metro- oder Desktop-Anwendungen handelt. Mein Notebook-Monitor ist angenehm breit, so dass ich die E-Mail-App bequem neben dem eigentlichen Desktop platzieren kann und immer noch genügend Platz für Browser und Co. habe.

Inhalt dieses Artikels