Tag 3: Ein Startmenü zum Umgewöhnen

Das Windows-8-Tagebuch

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Am dritten Tag unseres Tagebuchs zu Windows 8 beschäftigt sich unser Autor genauer mit dem neuen Startmenü - und erklärt, warum der Umstieg zwar gewöhnungsbedürftig aber nicht unbedingt unangenehm ist.
Übersicht: Über die Tastenkombination Windows + Tab kann man die offenen Applikationen links einblenden lassen.
Übersicht: Über die Tastenkombination Windows + Tab kann man die offenen Applikationen links einblenden lassen.

Microsoft verabschiedet sich in Windows 8 vom Startmenü - einer Neuerung, die ich seit Windows 95 gewohnt war. Seinen Platz nimmt ein Startbildschirm ein, der die von Windows Phone 7 bekannten Live Tiles anzeigt. Der Übergang ist für mich nicht so tragisch, da ich bereits in Windows 7 eher die Suchleiste in Startmenü nutze als die eigentliche Ordner-Ansicht selbst. Ich freue mich daher über die neue "Type-to-Start"-Funktion: Sobald ich in der Startansicht los tippe, schlägt mir Windows 8 passende Applikationen, Dokumente und Einstellungen vor. Das ist enorm praktisch, vor allem, da bei Dokumenten nicht nur der Titel, sondern auch der Inhalt durchsucht werden kann.

Die Suche setzt sich auch in Apps wie dem Store oder E-Mails fort, allerdings kommt es hier zu einem Designbruch: Wenn ich etwa alle E-Mails suchen möchte, die ich mit der COMPUTERWOCHE ausgetauscht habe, dann tippe ich zunächst "COMPUTERWOCHE" ein und klicke in der Seitenleiste anschließend auf Mail. Anschließend erscheinen alle passenden E-Mails in der Übersicht links neben der Suchleiste. Das klappt mit Mails, dem virtuellen Store, Kontakten, der Map-App oder Foto, allerdings nicht mit Terminen. Warum der Kalender in der Suchfunktion fehlt, ist unbekannt.

Jedes Viereck auf dem Startbildschirm lässt sich verschieben oder entfernen. Das Verschieben geschieht einfach per Drag & Drop, nach rechts bietet Windows 8 nahezu unbeschränkt Platz. Zieht man ein Viereck nach unten, verkleinert sich der Bildschirm in zwei Stufen, so dass man schneller den Überblick erhält. Ein Rechtsklick auf die jeweilige Kachel zeigt das Kontextmenü an. Jedes Viereck lässt sich löschen, die meisten Apps lassen sich hier direkt installieren. Anwendungen, die mit einem breiteren Viereck vertreten sind, lassen sich verkleinern.

Wer aber wie ich gerne weiß, welche Apps da eigentlich auf dem Gerät installiert sind, dem hilft das Tastenkürzel "Windows + Y" oder ein Rechtsklick auf eine freie Fläche. Im unteren Bereich erscheint dann die Option "Alle Apps". Ein Klick darauf zeigt, die Beschriftung legt es nahe, alle installierten Programme. Ein Rechtsklick auf den jeweiligen Eintrag zeigt die weiteren Optionen, darunter auch die Funktionen, mit denen sich die Programme am Startmenü oder an der Taskleiste festheften lassen.

Das neue Startmenü wirkt zunächst ein wenig unübersichtlich, vor allem wenn man sich nicht bereits länger mit Windows Phone 7 beschäftigt hat. Die neue Suchfunktion ist allerdings großartig und bereits ein guter Grund, sich an Windows 8 zu gewöhnen. Der Registry-Trick mit dem man in der Developer Preview noch das alte Startmenü erzwingen konnte, geht auf alle Fälle nicht mehr. Mir persönlich wäre es allerdings lieber, wenn Windows standardmäßig den Desktop anzeigt. Als Workaround nutze ich das Tastenkürzel Windows + D, um schnell von Metro- in die Desktop-Ansicht zu wechseln. Wichtige Programme sind als Verknüpfung hinterlegt und mit einem Klick auf die Windows-Taste kann ich bei Bedarf schnell zurück zu Metro wechseln.