Gartner

Das Wachstum im IT-Outsourcing schwächt sich ab

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat eine Prognose zum weltweiten Markt für IT-Outsourcing (ITO) herausgegeben.

Demnach soll der weltweite ITO-Markt 2013 auf ein Volumen von 288 Milliarden Dollar anwachsen. Das wäre ein Wachstum von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (währungsbereinigt sogar von 5,1 Prozent). Gartner erwartet für fast alle ITO-Bereiche ein schwächeres Wachstum als 2012.

"Das Marktwachstum insgesamt wird durch kurzfristige Marktfaktoren wie verfeinerte ITO-Delivery-Modelle, wirtschaftliche, politische und Arbeitsmarkt-Rahmenbedingungen sowie die finanzielle Performance der Service-Provider beschränkt", kommentiert der Gartner-Analyst Bryan Britz. "Den gedämpftesten Ausblick haben die reifen Märkte in Asia-Pacific sowie Westeuropa, zum Teil aufgrund von Währungseffekten, teils aber auch wegen unserer Sicht dass 2013 dort ähnlich verlaufen wird wie 2012."

Leicht nach oben korrigiert hat Gartner seine Erwartungen für Custom Application Outsourcing und Infrastructure Utility Services (IUS) für die Jahr 2014 bis 2017. Software-as-a-Service beeinflusst zwar ebenfalls den ITO-Markt, wird von den Auguren aber als Teil des Software-Markts erfasst.

"Die geplante Neunutzung von ITO bleibt über alle Bereiche hinweg positiv. Gedeckelte Budgets, das verfeinerte Delivery-Modell, das ökonomische Umfeld und kostenfokussierte Kunden schränken jedoch das Wachstumspotenzial des ITO-Markts ein", so Experte Britz weiter. "Konzerne mit hybriden IT-Strategien und KMU-Anwender, die Infrastructure-as-a-Service (IaaS) einführen, sind die wichtigsten Wachstumstreiber für Cloud- und Rechenzentrums-Dienstleistungen." Der weltweite Markt für Data-Center-Outsourcing gehe allerdings allmählich zurück, weil sich Workloads stärker in Richtung IaaS und IUS verlagerten als die Netto-Neunutzung von RZ-Outsourcing zunehme.

Das End-User-Outsourcing leider stärker als zuletzt unter dem beschleunigten Trend in Richtung BYOD ("Bring Your Own Device") und sinkenden Support-Anforderungen der Unternehmen für End-User-Geräte. Zwar werde die Auslagerung von Support für mobile Geräte (Smartphones, Tablets etc.) in Unternehmen bis 2017 aufgrund deren steigender Verbreitung wachsen; Desktop-Outsourcing ist aber mit Ausnahme von Schwellenmärkten wie Lateinamerika, Teilen von Asia-Pacific und Festlandchina immer weniger gefragt.

Für die drei genannten Schwellenregionen setzt Gartner übrigens sowohl heuer als auch 2014 ein Wachstum der ITO-Märkte von mindestens 13 Prozent an. Als Treiber dafür führen die Auguren hier expandierende Multinationals, wachsende lokale Unternehmen als ITO-Neukunden sowie fruchtbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen ins Feld.