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SAP S/4 HANA

Das Upgrade in die Zukunft

Thomas Fischer schreibt seit über 20 Jahren für unterschiedliche namhafte PC-Zeitschriften über IT-Themen sowie Business-Software, war beteiligt an der Entwicklung von Konzepten neuer IT-Magazine und arbeite mehrere Jahre in einem Verlag im Bereich Corporate Publishing. Sein Slogan ist: Technik einfach erklärt..
Mit der Business Suite 4 SAP HANA, kurz SAP S/4 HANA, präsentierte SAP im Februar 2015 die neueste Generation seiner Unternehmens-Software. Firmen können damit ihre Geschäftsabläufe zukünftig erheblich vereinfachen. SAP S/4 HANA stellt allerdings auch neue Anforderungen an die IT-Umgebung und an die Mitarbeiter. Eine umfangreiche Studie zeigt, wie deutsche Unternehmen zur aktuellen SAP Business Suite stehen.

Mit knapp 18 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2014 gehört das deutsche Software-Unternehmen SAP zu den weltweit umsatzstärksten Unternehmen der ERP-Branche (Enterprise-Resource-Planning). Am 3. Februar 2015 hat SAP seine neueste Business Suite S/4 HANA vorgestellt, die auf der ebenfalls von SAP entwickelten In-Memory-Plattform SAP HANA basiert. In-Memory bedeutet hierbei, dass sich die Datenbank des ERP-Systems nicht wie sonst üblich auf der Festplatte befindet, sondern im Arbeitsspeicher des Servers. Diese Technik beschleunigt die Verarbeitung der Daten enorm und steigert somit in erheblichen Maße die Effizienz der Datenverarbeitung. Davon profitieren sämtliche Unternehmensbranchen sowie Geschäftsbereiche eines Unternehmens. Zudem beschleunigt eine In-Memory-Plattform die Zugriffe auf das Internet der Dinge sowie auf Big Data. Daneben vereinfacht SAP durch einen gesteuerten Konfigurationsprozess die Implementierung der kompletten Technologie. Unterstützung erfolgt auch bei der Migration einer älteren SAP-Lösung auf die aktuelle Technik. Als weitere Neuerung kommt nun auch eine modernisierte Bedienoberfläche (SAP Fiori) für alle gängigen Endgeräte zur Anwendung.

Deutsche Unternehmen stehen Rede und Antwort zu SAP S/4 HANA

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Dell eng mit SAP zusammen und hat bereits erfolgreich Hunderte von SAP-Lösungen in zahlreichen Unternehmen verschiedener Branchen implementiert. Gemeinsam mit seinen Partnern unterstützt Dell Unternehmen auch bei der Planung und Realisierung aktueller Projekte zu SAP HANA. Das gilt gleichermaßen für die Einführung von S/4 HANA. Unternehmen, die im Rahmen eines Proof of Concept (PoC) ihre Ideen testen möchten, erhalten über das Dell Global SAP Center of Excellence in Walldorf Hilfestellung.

Im August und September 2015 befragte die Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag von Dell und Intel 100 ITK-/SAP-Verantwortliche in deutschen Unternehmen, wie relevant S/4 HANA für ihr Unternehmen ist, welche Erwartungen sie haben und welche Hindernisse sie sehen. Die PAC gehört zur CXP Group. Diese ist ein unabhängiges europäisches Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation.

Die Befragung wurde telefonisch durchgeführt. Ausgewählt wurden Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe sowie den Branchen Dienstleistung, Handel und Verkehr, die SAP bereits nutzen und mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigen. Bei der Unternehmensgröße erfolgte zudem die Unterscheidung in zwei Gruppen: Unternehmen mit 1.000 bis 1.999 und Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten.

Quelle: Studie S/4 HANA - Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse; PAC 2015
Quelle: Studie S/4 HANA - Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse; PAC 2015
Foto: PAC 2015

Interessant ist die Erkenntnis, dass sich bereits zwei Drittel der befragten Unternehmen aktiv mit dem Thema S/4 HANA beschäftigen. Kritisch betrachten diese jedoch den Aufwand für die Umstellung. Zudem mangelt es an entsprechende Geschäftsanwendungen, die eine Umstellung rechtfertigen würden. Daraus resultiert auch ein merklicher Bedarf an Beratungsleistungen und Unterstützung bei der Migration von externen Diensteistern.

SAP S/4 HANA und die digitale Transformation

60 Prozent der befragten Unternehmen nutzen die eingesetzte SAP-Lösung auch außerhalb ihres Standortes in Deutschland. Den größten Anteil haben hierbei Unternehmen des produzierenden Gewerbes (70 Prozent). Bei Dienstleistern, Handel & Verkehr sind es lediglich 45 Prozent. Das Internet mit seinen vielen Facetten digitaler Medien eröffnet Unternehmen vollkommen neue Geschäftsmodelle. Hier geben 84 Prozent der Befragten an, dass ihr derzeitiges SAP-System für die digitale Transformation eine zentrale, strategische Bedeutung einnimmt. Anders sieht es bei der Frage aus, welche Rolle S/4 HANA hierbei einnehmen könnte. Hier waren die Einschätzungen etwas gedämpfter. Immerhin sind aber knapp zwei Drittel (62 Prozent) davon überzeugt, dass SAP-Anwender in absehbarer Zeit auf S/4 HANA migrieren müssen. Als Grund nannten sie vorrangig, dass SAP-Kunden ihre Systeme nur so zukunftsfähig halten können. Trotzdem gab nur ein Drittel der Befragten an, S/4 HANA als Basis für innovative Geschäftsmodelle zu sehen.

Ein großer Teil der Umfrageteilnehmer (90 Prozent) erhofft sich mit der Umstellung auf S/4 HANA, eventuell bestehende Probleme beim Umgang mit ihrer derzeitigen SAP-Lösung zu lösen und eine Performancesteigerung bei der Arbeit mit ihren SAP-Lösungen zu erzielen. Mehr Effizienz erwarten die Befragten unter anderem bei aktuellen Themen wie Big Data, Industrie 4.0 oder der Modernisierung ihrer technischen Infrastruktur. Zudem erhofft sich mehr als die Hälfte der Befragten eine verbesserte Bedienerfreundlichkeit.

Der erste Schritt ist SAP HANA

Voraussetzung für den Betrieb von S/4 HANA ist, wie bereits beschrieben, die In-Memory-Plattform SAP HANA. Wechselwillige Unternehmen müssen diese Tatsache also unbedingt berücksichtigen und einplanen. Auf die Frage, ob in ihrem Unternehmen die Einführung von S/4 HANA geplant oder angedacht wird, stellte sich heraus, dass zwei Prozent dieses Projekt bereits umgesetzt haben. Für ein Drittel der Befragten ist S/4 HANA kein Thema. Der Rest (64 Prozent) diskutiert über die Einführung (29 Prozent) oder hat vor, in den nächsten ein bis zwei Jahren (17 Prozent), zwei bis drei Jahren (4 Prozent) oder drei bis fünf Jahren (15 Prozent) S/4 HANA in ihrem Unternehmen einzuführen. Trotzdem erachten 78 Prozent den Aufwand der Umstellung als problematisch und 77 Prozent meinen, dass sie keine Business Cases haben, die einen Umstieg erfordern oder rechtfertigen.

Quelle: Studie S/4 HANA - Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse; PAC 2015
Quelle: Studie S/4 HANA - Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse; PAC 2015

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass von den Unternehmen, die den Einsatz von S/4 HANA planen oder diskutieren, 40 Prozent bereit sind, vollkommen neu zu beginnen und ihre kompletten SAP-Systeme neu aufzusetzen. Obwohl S/4 HANA alle gängigen Cloud-Lösungen unterstützt, bevorzugen gerade einmal fünf Prozent der Befragten den reinen Cloud-Betrieb. 34 Prozent bevorzugen dagegen den Eigenbetrieb, 32 Prozent das Hosting und 29 Prozent den hybriden Ansatz.

Beratung und Services sind bei SAP S/4 HANA stark gefragt

Sowohl die Einführung als auch die Umstellung oder Migration auf eine neue Version eines ERP-Systems beinhaltet für ein Unternehmen immer Risiken, die es auszuschließen oder zu minimieren gilt. Für die Verantwortlichen stellt dieser Schritt daher eine besondere Herausforderung dar. Es bedarf einer umfangreichen Planung, um die Ausfallzeit des Systems während der Umstellung zu minimieren und einen Datenverlust auszuschließen. IT-Beratung und Migrationsdienstleistungen werden daher zur Einführung von S4/HANA besonders stark nachgefragt. So gaben 72 Prozent der Befragten an, diese Services in Anspruch nehmen zu wollen. 61 Prozent planen, in Dienstleistungen zur Optimierung ihrer SAP-Umgebung zu investieren. Dagegen sind nur 26 Prozent der Befragten bereit, Investitionen in die Entwicklung kundenspezifischer SAP-Software zu tätigen. Zudem zeigt sich, dass es einen Bedarf an Beratung bei solchen Unternehmen gibt, die in die Anschaffung einer HANA-Appliance investieren wollen (44 Prozent). Diesen 44 Prozent wurde zusätzlich die Frage nach der Relevanz der Plattform gestellt. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten darauf keine Antwort hatten. Von denen, die geantwortet haben, entschieden sich die meisten für die x86-Plattform.

Quelle: Studie S/4 HANA - Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse; PAC 2015
Quelle: Studie S/4 HANA - Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse; PAC 2015
Foto: PAC 2015

Fazit

Die Teilnehmer an der Studie "S/4 HANA - Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse" sind ausschließlich Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitern, die bereits SAP im Einsatz haben. Sie zeigt, dass die Mehrheit dieser Unternehmen bereits wenige Monate nach dem Erscheinen der SAP Business Suite S/4 HANA über einen Umstieg auf die neue Suite nachdenkt. Ein geringer Prozentsatz hat den Umstieg sogar schon erledigt oder ist gerade dabei. Es wird allerdings auch deutlich, dass die Unternehmen bei der Umstellung Probleme erwarten und dass eine Unterstützung von externen Dienstleistern willkommen ist. Der Dell ProSupport unterstützt Unternehmen bei der strategischen Planung und Implementation von SAP-Anwendungen und berät sie bei der Migration und Anwendungsentwicklung.

 

greg_not_so

ist Dell auch VMWare and EMC in Deutschland? isst kaum ein grosser Implementationspartner in den USA jedoch.

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