Projekt Sharekey

Das Smartphone als Türöffner

22.04.2013 | von Thomas Trösch
Autos, Haustüren oder Schließfächer per Smartphone zu öffnen, ist heute schon möglich. Doch noch ist die Technik nicht im Alltag angekommen. Eine neue Software könnte das ändern.
Foto: BMW Group

Die enorme Leistungsfähigkeit moderner Mobilgeräte ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Smartphones und Tablets ermöglichen die Kommunikation mit Freunden, schießen Urlaubsschnappschüsse, machen uns Musik per Download verfügbar oder laden uns die Bordkarte für den nächsten Flug aus dem Internet.

Und manchmal öffnen sie uns sogar Türen. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt haben ein System entwickelt, mit dem die mobilen Begleiter zu sicheren und flexibel einsetzbaren Schlüsseln für Haustüren, Autos oder Schließfächer werden.

"Sharekey" heißt das System, das gegenüber herkömmlichen Schlüssel-Apps zwei Neuheiten bietet: Zum einen können digitale Schlüssel aus der Ferne zugeteilt werden, zum anderen lassen sie sich an bestimmte Nutzungsrechte koppeln.

"So kann ich meinem Hausmeister für eine kurze Zeit Zutritt zu meiner Wohnung gewähren, damit dieser dem Heizungsableser die Tür öffnen kann, wenn ich gerade bei der Arbeit bin", erklärt Alexandra Dmitrienko vom SIT. Den elektronischen Schlüssel kann der Nutzer bei Sharekey direkt per E-Mail, SMS oder als QR-Code auf sein Handy erhalten. Er muss sich dafür vorher lediglich einmalig registrieren und die App installieren.

Auch gehackt noch sicher

Der Sharekey-Schließmechanismus funktioniert über den Übertragungsstandard Near Field Communication (NFC), der den kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken von bis zu vier Zentimeter ermöglicht. "Um eine Tür zu öffnen, muss das Handy nur nah an das Schloss gehalten werden", so Dmitrienko. Eine speziell von Fraunhofer entwickelte Technologie namens "BizzTrust" sorgt dafür, dass die sensitiven Daten auf dem Smartphone von anderen Daten und Apps getrennt und somit vor unautorisiertem Zugriff sicher sind.

Die Kommunikation zwischen Handy und zentralem Server ist mit speziellen Sicherheitsprotokollen geschützt. "Und selbst wenn diese Kommunikation gehackt wird, können Unbefugte den digitalen Schlüssel nicht knacken", erklärt die Forscherin. "Denn für das Öffnen der Tür werden gleichzeitig Informationen benötigt, die im zugesandten verschlüsselten Token und in der App auf dem Smartphone des Nutzers liegen."

Neben Haustüren oder Schließfächern könnte Sharekey auch zur Schlüsselverwaltung beim Carsharing oder in Hotels zur Anwendung kommen. Interessierte können sich Anfang März auf der Cebit in Hannover selbst ein Bild von der Technologie machen: Dort werden die Forscher Sharkey auf einem eigenen Stand vorstellen. (Quelle: Handelsblatt)

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Jan-Philippe Schilt
Na das könnte fürs Fraunhofer Institut ja das nächste große Ding nach MP3 werden! Damals hat man sich ordentlich die Butter vom Brot nehmen lassen. Zu bisherigen NFC-Türschlosssystemen gab es übrigens Berichte das diese hackbar seien - da hier das SIT Entwickler ist, sollte man hoffen können, dass es sicher ist. NFC Nutzung unterwegs und im Tourismus ist auch das Thema meiner Bachelorarbeit - mehr dazu unter https://plus.google.com/communities/103514200619292091809 .

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