Weiterentwickelte Netze und neue Ökosysteme

Das sind die künftigen IoT-Trends

 Area Vice President für die DACH Region, Verizon
Für Unternehmen stellt das Internet der Dinge (IoT) eine enorme Chance dar, effizienter zu werden und neue Wege zu finden, wie man Kunden einbindet und behält. Auch die Art und Weise ändert sich, wie man sein Geschäft steuert.
Das Internet der Dinge wird von einem Mix aus technologischen, politischen und sozialen Faktoren beflügelt.
Das Internet der Dinge wird von einem Mix aus technologischen, politischen und sozialen Faktoren beflügelt.
Foto: weedezing - shutterstock.com

Immer wieder gibt es Innovationen bei Smart Cities, Connected Cars und Wearables. Das Internet der Dinge ist die Zukunft und bestimmt, wie wir leben und arbeiten werden. Trotz seines atemberaubenden Potenzials ist es jedoch immer noch zu komplex, zu teuer und zu unhandlich. Was also hält die Zukunft bereit? Inwiefern unterstützt der Einsatz ergänzender Technologien die Ausschöpfung dieses Potenzials und wie bringt es das IoT voran?

Das Potenzial des IoT erkennen

Das Internet der Dinge wird von einem Mix aus technologischen, politischen und sozialen Faktoren beflügelt, der immer mehr Firmen und Behörden veranlasst, IoT-fähige Lösungen einzuführen. So hat zum Beispiel die Nutzung sozialer Medien und mobiler Technologien die Erwartungen von Bürgern und Verbrauchern verändert. Weiter ist ein deutlich breiteres Spektrum an Organisationen aufgrund fallender Preise für Sensoren sowie Konnektivitäts- und Rechnerleistung bereit, das IoT als gangbare Lösung zu betrachten. Geänderte regulatorische Anforderungen in einer ganzen Reihe von Industrien, haben ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen.

Neueste Untersuchungen, die von Verizon in Auftrag gegeben wurden, sprechen von massivem Wachstum in der Breite, wobei sich die Zahl der B2B-IoT-Verknüpfungen zwischen 2014 und 2020 mehr als vervierfachen soll. Weltweit werden es schätzungsweise 5,4 Milliarden solcher Verknüpfungen sein.

Nach Jahren intensiver Kostensenkung suchen nun zahlreiche Branchen - von Finanzdienstleistern bis hin zur verarbeitenden Industrie - nach neuen Wegen, wie sie sich abgrenzen und ihre Aktienkurse nach oben treiben können. Für viele Firmen und Behörden ist das IoT bereits eine Roadmap hin zum optimierten Kundenerlebnis, zu beschleunigtem Wachstum und zu neuen Geschäftsmodellen, mit denen sich die gesellschaftliche Innovation vorantreiben lässt.

Sicherheitsbedrohungen - Übertreibung oder Realität?

Das IoT steckt noch in den Kinderschuhen und so lässt sich nur schwer sagen, was die Unternehmen erwartet. Ein paar Dinge wissen wir jedoch bereits. Von den prognostizierten fünf Milliarden Enterprise-Devices, die es 2020 geben soll, werden nicht unbedingt alle im Internet sichtbar sein, nicht alle werden sensible Daten versenden. Viele werden simple Geräte mit einer einzigen Funktion sein, Lichtsensoren etwa.

Dennoch ist jedes vernetzte Gerät, ob IoT-fähig oder nicht, ein potenzielles Ziel für Cyber-Attacken. Die Geräte mögen zwar nicht das eigentliche Ziel sein (zwar könnten sie im Rahmen eines Botnet-Angriffs zur Ausführung böswilliger Aktionen genutzt werden), aber sie könnten als Gateway in das Unternehmensnetzwerk und als Zugang zu kritischen Systemen dienen.

Beim IoT geht es darum, die Dinge um uns herum smarter zu machen, jedoch müssen viele Sensoren, besonders die in Anlagen integrierten, in jeder Hinsicht sparsam sein. Auch beim Platz und das bedeutet häufig beschränkte Verarbeitungsleistung und Batterielebensdauer; und das wiederum bedeutet, dass viele Sensoren nicht den Endpunkt-Schutz aufbringen, wie wir ihn von komplexeren Assets wie von einem Laptop kennen.

Mit zunehmender Verbreitung der IoT-Geräte sind diese auch enger mit den zentralen Unternehmenssystemen integriert. Sicherheit muss daher von vornherein an erster Stelle stehen. Wie bei anderen IT-Systemen auch sollten Firmen und Behörden regelmäßig Risiken bewerten, angemessene Sicherheitsmaßnahmen ergreifen und diese auf Wirksamkeit testen.

Das Netzwerk als Grundlage der IoT-Zukunft

Wir sehen eine Welt, in der alles über Software definiert ist, als die alles entscheidende Kraft hinter dem IoT. Die heutigen Netzwerke sind aufgrund ihrer Komplexität relativ unbeweglich geworden - verändert man sie, besteht die Gefahr, etwas kaputt zu machen. Software-defined Networks (SDN) eröffnen die Chance, auf virtualisierter Ebene ausgereiftere, besser koordinierte Dienste zur Verfügung zu stellen. Außerdem verlagern sie die Informationsbeschaffung von der operativen Ebene zurück ins Unternehmen und eröffnen die Chance, unmittelbar darauf zu reagieren.

SDN bieten Skalierbarkeit und Geschwindigkeit und vor allem ein tiefer gehendes, reichhaltigeres Nutzungserlebnis für Firmen und Behörden. Damit bekommen Unternehmen ausgereiftere Netzwerkmerkmale an die Hand, dazu ein umfassenderes Serviceerlebnis, das mehr operative Effizienz zulässt und darüber hinaus eine kürzere Time-to-Market, indem die Funktionalität auf die Softwareebene verlagert wird.

Ein leistungsfähiges Netzwerk ist nur der Anfang. In Verbindung mit für Unternehmen geeigneten Cloud- und Security-Lösungen, die durch ein breiteres Spektrum an umfassend vernetzten Smart Devices möglich werden, sind dem Leistungspotenzial des IoT keine Grenzen gesetzt.

Das IoT-Ökosystem hegen und pflegen

Bei dem derzeit eher fragmentierten Ansatz scheint klar, dass Anbieter die aktuelle Komplexität des IoT entflechten und das derzeitige Modell abändern müssen, damit das IoT in Zukunft erfolgreich ist. Gewinner werden Firmen und Behörden sein, die in allen Bereichen - von Netzwerken über Geräte und Plattformen bis hin zu Anwendungen - Erfahrung mitbringen, die partnerschaftlich mit ihren Kunden zusammenarbeiten und sich der Ziele bewusst sind, um so die Ergebnisse maximieren zu können. Sie gehen auf einem höheren Niveau an das Thema IoT heran. Damit vereinfachen sie nicht nur dessen Einführung, sondern stellen auf entscheidende Weise unterstützende Funktionen und Expertise zur Verfügung, die diese neue Technologie braucht, um zu wachsen. (mb)