Neue SAP Business Suite

Das sagen die Anwender

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
SAP will mit der "Business Suite 7" ein neues Kapital aufschlagen. Was die Anwender von dem neuen Release halten und ob sie glauben, dass der Applikationsbetrieb damit kostengünstiger wird, wollte die COMPUTERWOCHE von der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) wissen.

CW: Wie groß ist die Bereitschaft der Kunden, innerhalb dieses Jahres bestehende Suite-Installationen auf Version 7 umzustellen?

DSAG: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten überlegen sich Unternehmen sehr genau, in welche Lösungen sie investieren. Daher werden sich SAP-Kunden zunächst über den Mehrwert, den die neuen Komponenten bringen werden, sehr genau informieren. Die Botschaft über die Vorteile der SAP Business Suite 7, die SAP kommuniziert hat, haben wir gerne vernommen. Einen Nutzen für Kunden könnten die synchronisierten Release-Zyklen von SAP ERP und Business Suite bringen. Hier gilt es jedoch noch Erfahrungen zu sammeln, inwieweit dadurch Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Komponenten entstehen könnten. Was die Bereitschaft der Kunden betrifft, die Business Suite 7 einzusetzen, stellen wir fest, dass diese ihren Fokus derzeit eher auf SAP ERP 6.0 als auf die einzelnen Komponenten der Business Suite legen.

Die Business Suite 7 der SAP ist erst im Mai generell verfügbar. Praktische Erfahrungen liegen uns noch nicht vor, so Professor Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der DSAG.
Die Business Suite 7 der SAP ist erst im Mai generell verfügbar. Praktische Erfahrungen liegen uns noch nicht vor, so Professor Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der DSAG.

CW: Ist die Einschätzung von Jim Hagemann-Snabe realistisch, dass sich die Einführungskosten durch die "Best-run-now-Pakete" um bis zu 50 Prozent sowie die Betriebskosten um bis zu 30 Prozent reduzieren lassen?

DSAG: Da die SAP Business Suite 7 erst im Mai generell verfügbar sein soll, liegen uns im Bezug auf die Reduzierung der Einführungskosten durch die Best-Run-Now-Pakete naturgemäß noch keine praktischen Erfahrungswerte von Kunden vor. Eine Reduzierung der Betriebskosten um 30 Prozent durch den Solution Manager und den Enterprise Support erscheinen uns aufgrund der Erfahrungen, die wir in Workshops mit DSAG-Mitgliedern gewonnen haben, nicht realistisch. Als vorteilhaft bewerten wir den Aspekt, den SAP uns in Gesprächen zugesagt hat, dass die einzelnen Komponenten der Business Suite 7 enger integriert werden. Beispielsweise soll sich der Beschaffungsprozess durchgängig über die beiden Komponenten "SAP ERP" und "SAP SRM" abbilden lassen.

CW: Wie viele der in der DSAG organisierten Kunden bringen Stand heute die Voraussetzungen mit, die neue Suite oder Teile davon einzuführen?

SAP-Kunden werden sich über den Mehrwert der neuen Komponenten sehr genau informieren, meint Waldemar Metz, Mitglied im Vorstand der DSAG, Ressort Prozesse und Anwendungen (SAP Business Suite).
SAP-Kunden werden sich über den Mehrwert der neuen Komponenten sehr genau informieren, meint Waldemar Metz, Mitglied im Vorstand der DSAG, Ressort Prozesse und Anwendungen (SAP Business Suite).

DSAG: Eine Voraussetzung ist SAP ERP 6.0. Wir haben festgestellt, dass viele DSAG-Mitglieder dabei sind, diese Grundlage zu schaffen. Außerdem wissen wir, dass vereinzelt DSAG-Mitglieder am Ramp-Up für das ERP-Enhancement-Package 4 beteiligt waren. Da aber dieses Paket gerade erst allgemein freigegeben wurde, dürfte die Zahl noch gering sein, könnte aber im Laufe des Jahres ansteigen. Im Falle der CRM-Software sollen in 2008 über 1000 Kunden das Release "CRM 2007" installiert haben. Ob diese bereit sind, gleich wieder einen Release-Wechsel auf das mit der neuen Business Suite ausgelieferten "CRM 7.0" vorzunehmen, möchte ich bezweifeln.