Sparsam, sicher und flexibel

Das perfekte Data Center

Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.
Wie sieht das ideale Rechenzentrum aus? Sicher soll es sein, energieeffizient und sehr flexibel. Keine leichte Aufgabe für IT-Manager.

Die Liste der Anforderungen, die ein modernes Rechenzentrum erfüllen soll, wird immer länger: Es soll weniger Energie verbrauchen und sich kostengünstiger betreiben lassen, das jedoch möglichst ohne Abstriche in Bezug auf die Leistungsfähigkeit. Es soll sich problemlos an geänderte Anforderungen anpassen lassen, ein hohes Maß an Sicherheit für Anwendungen und Daten bieten, jedoch offen für Cloud-Computing-Services sein.

Kein Wunder, dass sich ein modernes Data Center kaum noch mit einem typischen "Glashaus" vergleichen lässt, wie es vor zehn oder fünfzehn Jahren errichtet wurde. Heute sind Faktoren gefragt wie hohe Modularität, eine möglichst effiziente Nutzung der Energie und die Möglichkeit, unterschiedliche Datenverkehrsarten über eine einheitliche Infrastruktur zu transportieren, Stichwort Konvergenz.

Konventionell, modular oder im Container: Die Struktur eines Data-Centers

Vor allem in US-amerikanischen Rechenzentren taucht immer häufiger der "Pod" auf. Statt nach bewährtem Muster Racks mit Servern sowie Speicher- und Netzwerksystemen in einem Data Center zu platzieren, greifen immer mehr Unternehmen zum "Data Center im Container". Anbieter solche Systeme sind unter anderem Cisco Systems, Hewlett-Packard, i/o Data-Centers und Oracle/Sun. Solche "Pods" sind komplette Data-Center, inklusive IT-Ausrüstung, Kühlung und Stromversorgung. Der größte Vorteil des Konzepts: Wer mehr Rechenleistung benötigt, kann weitere Container ordern und damit das "Rechenzentrum" erweitern. Microsoft setzt in seinem Data-Center in Dublin (Irland) auf ein solches "Pod"-Konzept, in Verbindung mit der Kühlung durch Außenluft. Container wie der ecoPod von HP haben Platz für 44 Rack sund bis zu 4400 (virtualisierte) Server. Die Energieeffizienz (PUE, Power Usage Effectiveness) liegt bei 1,05. Zum Vergleich: Standard-Data-Center kommen auf 1,7 bis 2,0 PUE.

Ein weiterer Ansatz sind modulare Rechenzentren, die auf Standardkomponenten basieren, etwa das "Butterfly"-Konzept von HP. Bei ihm werden vorfabrizierte Module mit Racks für Server, Speichergeräte, Stromversorgung und Kühlsysteme nach Bedarf um ein zentrales Versorgungsmodul gruppiert. Wird mehr Rechenleistung benötigt, lassen sich weitere "Schmetterlinge" in einem Gebäude platzieren. Der PUE-Wert solcher modularer Data-Center liegt bei etwa 1,15.

Beide Konzepte – Pods und modulare Data-Center – werden an die Stelle klassischer Ansätze treten. Die Vorteile wie hohe Flexibilität und Effizienz sowie laut Hersteller um bis zu 75 Prozent niedrigere Betriebskosten machen solche Ansätze für viele Anwender interessant.