Initiative von Softwerkern und Dienstleistern

Das ORI-Konsortium soll die Betriebswirtschaft standardisieren

18.10.1996

Den Anwendern verspricht die Initiative große Erleichterungen bei der Software-Auswahl. Dazu müßten sich die Standardsoftware-Anbieter bei der Beschreibung ihrer Produkte an die ORI-Vorgaben halten. Die technische Grundlage dafür bietet ein vom Unternehmensberater Lothar Bading und der Bielefelder Softwareschmiede Integra Isa GmbH entwickeltes Vokabular elementarer betriebswirtschaftlicher Funktionen und ihrer Zusammenhänge.

Für die Anwender und Unternehmensberater steht der Nutzen außer Frage, den die Möglichkeit bietet, kaufmännische Software auf Ebene der elementaren Funktionen und Abläufe zu vergleichen. Im Vorfeld haben auch die Hersteller großes Interesse gezeigt (vgl. CW Nr. 22 vom 31. Mai 1996, Seite 15: "Standard-SW: Vergleichbarkeit durch einheitliche BWL-Konvention"). So hat sich Siemens-Nixdorf durchaus für die Arbeit an dem Referenzmodell engagiert. Die Entwickler der Standardsoftware ALX-Comet erwarteten sich von den vergleichbaren Bausteinen eine bessere Bestimmung der eigenen Marktposition und das Aufdecken noch vorhandener Schwächen. Aus ähnlichen Gründen beteiligten sich zeitweise bis zu 70 Software-Anbieter, darunter fast alle Branchengrößen, an dem Projekt.

Es ist jedoch eine Sache, sich Informationen zum internen Gebrauch zu erschließen, eine andere aber, dieses Wissen im Rahmen eines Konsortiums den Kunden und Beratungsunternehmen zur Verfügung zu stellen. In der Liste der ORI-Gründer zumindest fehlen die großen Namen.

Die offizielle ORI-Gründung findet am 29. Oktober in Düsseldorf statt. Als Initiatoren treten dabei der Bundesverband der Informationstechnologie (BVIT e.V), die Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH (DGM) sowie die Integra ISA GmbH auf. Zu ORI bekennen sich derzeit die sechs Softwarehäuser CAI, Bäurer, Navision, Infor, JBA Ratioplan und Weber Datentechnik. Hinzu kommen neun Beratungsunternehmen.