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Nutzer wollen altes Layout

Das neue iGoogle kommt nicht gut an

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Diskussionsforen und Blog-Kommentare bei Google füllen sich mit (teils ätzender) Kritik an der Neugestaltung der personalisierten Startseite "iGoogle".

Mit der über das Wochenende zunächst nur in den USA ausgerollten iGoogle-Neugestaltung hat Google offenbar kein so glückliches Händchen bewiesen wie zumeist. Es gibt zum Beispiel bereits eine Online-Petition, in der iGoogle-Nutzer fordern, dass sie zumindest optional ihr altes Layout wieder einschalten können, das ihnen besser gefällt als die neue Anmutung.

Die häufigsten Kritikpunkte am neuen iGoogle sind

  • Die neu eingeführte linke Navigation belegt unnötig Platz

  • Das Gmail-Gadget zeigt keine aktiven Hyperlinks mehr an (daran arbeitet Google bereits)

  • Das Gmail-Gadget zeigt im "Canvas View" (Vollbildmodus) stets eine Nachrichtenvorschau - was so mancher gar nicht möchte, vor allem wenn einem der Kollege im Büro gerade über die Schulter schaut (auch hier ist Google schon dran)

In einem Punkt hat Google sogar schon auf die Nutzerkritik reagiert und das im Zuge der Redesigns eliminierte "+"-Zeichen für die Vorschau-Anzeige syndizierter Feeds wieder eingebaut.

Google hatte die iGoogle-Nutzer nicht über die kommenden Änderungen informiert. Eine Sprecherin erklärte in einer E-Mail an den IDG News Service, die neue Version sei aber vorab durch "einen harten Satz von Tests und Versuchen" mit kleinen Nutzergruppen geschickt worden.

Dass die neue linke Navigation gerade auf kleineren Bildschirmen einigen Platz benötige, räumt die Google-Frau ein. Die Vorteile lägen aber auf der Hand: "Mit der neue Navigation können die Nutzer mit einem Klick in die Gadget-Vollbildansicht wechseln. Das halten wir für wichtig, weil es immer mehr Canvas-View-Gadgets geben wird, die ein skalierbares Navigationsmodell vorausetzen." Google werde das Nutzer-Feedback weiterhin verfolgen und bei Bedarf die nötigen Änderungen vornehmen.

Einen Weg zurück zum alten iGoogle werde es aber nicht geben, schreibt die Google-Frau weiter. "Wir wollen eine Homepage bauen, die möglichst nutzwertig für alle Nutzer ist. Das bedeutet aber nicht zwingend die flexibelste Homepage oder die größtmögliche Zahl an Optionen oder Features." Google müsse die Bedürfnisse seiner Nutzer - bei iGoogle sei das eine zweistellige Millionenzahl - sorgfältig beurteilen und daraus ein Produkt bauen, das für alle am besten sei.