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Krautreporter

Das journalistische Experiment findet statt

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
In Deutschland gibt es bald ein Jahr lang ausschließlich von den Lesern finanzierten Journalismus. Naja, fast ausschließlich...

Die Crowdfunding-Kampagne für das Projekt Krautreporter ist heute am letzten Tag erfolgreich abgeschlossen worden - die Macher haben allen Unkenrufen zum Trotz 15.000 Unterstützer gefunden, die je 60 Euro lockergemacht und zusammen die auf 900.000 Euro kalkulierte Finanzierung gesichert haben (ok, es gab gegen Ende auch "institutionelle" Unterstützer, die gleich einen ganzen Haufen Abos erworben haben).

Um 13:08 am letzten Tag der Kampagne (Freitag der 13., BTW) waren die 15.000 Unterstützer komplett.
Um 13:08 am letzten Tag der Kampagne (Freitag der 13., BTW) waren die 15.000 Unterstützer komplett.

Was Krautreporter vorhat, fasst ein Post von Sebastian Esser ganz gut zusammen - Journalismus unabhängig von der Anzeigenlage, auch ungewöhnliche, lang recherchierte, abseitige Themen und ganz viel Community. "Wir sind kein 'Ersatz' für Spiegel, Zeit etc. Die großen, etablierten Medien haben Möglichkeiten, die wir nicht haben. Wir wiederum haben Möglichkeiten, die die großen, etablierten Medien nicht haben. Deshalb ist es wichtig, dass es beides gibt", schreibt Esser. "Wir wollen kein Medium ersetzen, sondern eine Lücke schließen"

Die Krautreporter-Texte wird übrigens jeder kostenlos lesen können (ein paar Themen stehen schon) - Community-Funktionen wie Kommentare bleiben allerdings den Unterstützern vorbehalten. Wir sind jedenfalls schon gespannt, wann und womit Chefredakteur Alexander von Streit und die anderen Autoren loslegen.