Mobiles Büro für Verkaufsleiter

Das iPad bei Lidl

Karin Quack ist als leitende Computerwoche Redakteurin für Themen rund um das IT-Management verantwortlich. Sie steht in engem Kontakt zu den CIOs und weiß, wo sie der Schuh drückt. Privat interessiert sich Quack für den Fußball - vor allem der FC Barcelona hat es ihr angetan.
Ein Tablet-PC im Backend? - Da sieht ihn ja der Kunde gar nicht! Der Handelskonzern hat sich trotzdem entschlossen, seine Verkaufsleiter mit iPads auszurüsten - zum einen, weil der Job dadurch attraktiver wird, zum anderen, weil sich die Prozesse dadurch erheblich vereinfachen lassen.
Bislang war der Verkaufsleiter auf diverse Aktenordner angewiesen.
Bislang war der Verkaufsleiter auf diverse Aktenordner angewiesen.
Foto: Joachim Wendler

Die Anforderung kam aus dem Lidl-Geschäftsbereich Vertrieb. Dem war es schon länger ein Dorn im Auge, dass die Verkaufsleiter einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit administrativen Tätigkeiten beschäftigt waren. Denn immerhin handelt es sich dabei um eine "typische Einstiegsposition für Hochschulabgänger", wie Britta Schulze, Leiterin Personalmarketing bei Lidl Deutschland, erläutert. Nach dem Studium absolvieren die Berufsneulinge ein neunmonatiges Trainee-Programm, währenddessen sie das Geschäft von der Pike auf lernen - inclusive Kassieren und Einräumen. Danach sind sie für jeweils fünf bis sechs Filialen mit 80 bis 100 Mitarbeitern zuständig.

Der Verkaufsleiter trägt Verantwortung für die Umsetzung des Filialkonzepts, das zwar in großen Zügen zentral vorgegeben ist, aber doch spezifisch angepasst werden muss. Außerdem muss er für seine Kennzahlen gerade stehen. Laut Schulze ist er eigentlich ständig unterwegs: "Das ist kein Büro-Job." Es gehe wesentlich darum, den Kontakt zu den Mitarbeitern in den Filialen zu pflegen, Fehlentwicklungen zu erkennen und zu korrigieren sowie Anregungen zu geben und zu schulen - mit einem Wort: das Geschäft der jeweiligen Filialen zu steuern.

Dabei muss sich der Verkaufsleiter weitgehend selbst organisieren. Um seine Aufgaben zu erfüllen, war er in der Vergangenheit auf einen ganzen Satz von Aktenordnern angewiesen: zum Warengeschäft, zu den Kennzahlen, zu den Schulungen etc. Bei seinen Rundgängen durch die Filialen führte er ein Klemmbrett mit sich, auf denen er die wichtigsten Informationen nachschlug und korrigierte.

Projektsteckbrief

  • Projektname: Lidl Mobile Office, kurz: Limo;

  • Branche: Handel;

  • Projektkategorie: Mobiler Arbeitsplatz für zunächst etwa 800 Verkaufsleiter in Deutschland sowie deren Vorgesetzte;

  • Kernprodukte: Apple iPad, Device-Management mit Mobile Iron;

  • Systemumgebung: Zugriff auf das Data-Warehouse von Microstrategy;

  • Aufwand: für den deutschen Rollout inclusive Hardware, Schulung und Entwicklung unter zwei Millionen Euro; ins Projekt involviert je nach Phase fünf bis zehn interne Mitarbeiter aus Fachbereich, (IT-) Consulting und Informationstechnik;

  • Herausforderungen: neue Technologie, die noch nicht wirklich Business-tauglich war.

  • Ergebnis: Zeitersparnis für die Verkaufsleiter; attraktiver Arbeitsplatz;

  • Zeitrahmen: Projektstart im Herbst 2010; Rollout in Deutschland bis Herbst 2012; danach europaweit;

  • Anbieter/Dienstleister: Apple und Excelsis, Stuttgart

  • Ansprechpartner: Projektleiter Mirko Saul und Leiter Vertriebsorganisation Dirk Fust sowie Personal-Marketing-Leiterin Britta Schulze.