HP-Tablet mit 9,7 Zoll und webOS 3.0

Das HP TouchPad - mehr als ein Schnäppchen?

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Egal ob Sie das Touchpad im HP Store ergattern konnten oder erwägen, im Nachgang bei Ebay & Co. zuzuschlagen. Wir zeigen Ihnen, was Sie für Ihr Geld erhalten.

Wegen der geringen Nachfrage und einem geplanten Schwenk in Richtung Software und Enterprise hat Hewlett Packard beschlossen, das Geschäft mit webOS-Produkten aufzugeben. Davon betroffen sind nicht nur Smartphones, sondern auch das erste Tablet "HP TouchPad", das der Hersteller erst vor wenigen Wochen herausgebracht hat. Um die Lager schnell zu räumen, veranstaltete HP in den USA und nun auch Europa einen radikalen Ausverkauf. Mit 99 Euro für die Version mit 16 GB (HP Touchpad) beziehungsweise 79 Euro für das Smartphone Pre3 erreichte die Company dabei offenbar einen Preispunkt, bei dem sie die Geräte problemlos von der Palette verkaufen könnte. Schwieriger gestaltete sich der Räumungsverkauf dagegen im HP Store - die Versuche zahlreicher Schnäppchenjäger, sich ein günstiges Tablet oder Smartphone zu ergattern, brachten schon bald den kompletten Online-Shop inklusive Telefon-Hotline zum Erliegen.

Während die glücklichen Käufer noch auf die Zusendung ihre Beute warten und weniger Erfolgreiche überlegen, ob sie ein Touchpad bei Ebay & Co. erwerben sollen, hier schon mal ein Eindruck, was sie von dem Gerät erwarten können. Die Kollegen vom Tecchannel haben das Gerät auf Leib und Nieren getestet.

Das iPad als Vorbild

Der ersten Tablet-Kreation mit webOS 3.0 spendiert Hewlett-Packard den Namen TouchPad. Formfaktor und Design erwecken sofort Assoziationen zum Apple iPad - wohlgemerkt, nicht zum iPad 2. Nichtsdestotrotz hat sich HP beim Preis an dessen Nachfolger iPad 2 orientiert - mit wenig Erfolg, wie sich herausstellen sollte. Das TouchPad mit 16GB Speicher kostete zu Beginn mit 479 Euro exakt so viel wie Apples Tablet in der Basiskonfiguration, die Version mit 32 GB schlug mit 579 Euro zu Buche. Kurz vor dem unrühmlichen Ende wurden die Geräte jedoch für 399 beziehungsweise 499 Euro angeboten - mit mäßigem Erfolg.

Während sich weder der Preis noch die Hardware des TouchPads außergewöhnlich von den Konkurrenten mit iOS oder Android unterscheiden, soll das verwendete webOS 3.0 als Kaufanreiz dienen. Hewlett-Packard propagiert hohen Bedienkomfort durch Kartenstapel, Flash-Support und übersichtliche Kontenverwaltung mittels Synergy. Außerdem sollen Features wie drahtloses Akku-Laden dem TouchPad zu einer Sonderstellung verhelfen.