Microsoft Lumia 950 XL

Das große Lumia macht Lust auf mehr

21.11.2015
Die Kollegen von Areamobile konnten sich die beiden neuen Lumia-Smartphones mit Windows 10 Mobile bereits anschauen. Im Hands-on deutet das Microsoft Lumia 950 XL an, was es so alles drauf hat.
Das Lumia 950 XL mit Windows 10 Mobile
Das Lumia 950 XL mit Windows 10 Mobile

Das Microsoft Lumia 950 XL ist das größere der beiden Smartphones und fällt mit seinem 5,7-Zoll-Display klar in die Phablet-Kategorie. Anders als viele andere Hersteller setzt Microsoft nicht auf edle Materialien wie Glas, Metall oder Leder, sondern stattet das Lumia 950 XL mit einem Gehäuse aus Polycarbonat aus. Wie gewohnt ist die Verarbeitung vorbildlich und das Material zwar praktisch, kommt aber beim Eindruck der Wertigkeit nicht an die Flaggschiffe der Android-Hersteller oder das iPhone heran.

Als Phablet ist das Microsoft Lumia 950 XL alles andere als klein, leicht und handlich, das ist logisch. Im Vergleich mit anderen großen Smartphones muss sich das Lumia 950 XL aber nicht verstecken, denn es ist angenehm dünn und liegt durch die leicht abgerundete Form und das etwas aufgeraute Material gut in der Hand. Das Gewicht ist gut ausbalanciert, so dass das Lumia 950 XL nicht kopflastig wird. Die Bedienung mit einer Hand fällt bei so einer Größe aber natürlich schwer, obwohl Microsoft etwa die Tastatur verschiebbar gemacht hat. Microsoft verzichtet darauf, dem Lumia 950 XL einen Stylus als Bedienalternative mitzugeben.

Großes AMOLED-Display mit 2K-Auflösung

Von allen Seiten schön anzusehen: Lumia 950 XL
Von allen Seiten schön anzusehen: Lumia 950 XL
Foto: Microsoft

Das Display des Lumia 950 XL ist mit seiner 2K-Auflösung und einer Diagonale von 5,7 Zoll auf der Höhe der Zeit. Das AMOLED-Panel ist schön anzusehen, die Farben satt, ohne zu überzeichnen und die Helligkeit ist augenscheinlich sehr hoch. Auch bei der Blickwinkelstabilität leistet sich der Bildschirm des Microsoft Lumia 950 XL beim ersten Eindruck keine Schwächen, das Bild wird nur leicht dunkler, die Farben verändern sich auch bei spitzen Blickwinkeln nicht merklich.

Mit dem Qualcomm Snapdragon 810 hat das neue Windows-10-Smartphone ohne Frage einen starken Prozessor an Bord. Das Lumia 950 XL läuft dann auch entsprechend schnell und absolut flüssig, auch anspruchsvollere Tätigkeiten dürften hier kaum für Verdruss sorgen - sofern die Kühlung funktioniert. Microsoft hat als Antwort auf die Hitzeprobleme des Qualcomm-Chips eine Flüssigkeitskühlung installiert, ein Novum bei Smartphones. Wie sich das Lumia 950 XL bei starker Beanspruchung verhält, wird unser ausführlicher Test mit dem Smartphone noch zeigen.

Continuum auf dem Lumia 950 XL

Spannend wird beim ausführlichen Test nicht zuletzt auch das Betriebssystem werden. Windows 10 Mobile wurde deutlich später fertig als die PC-Software Windows 10, macht jedoch auf dem Lumia 950 XL bereits einen guten Eindruck. Die Optik gefällt, die Menüs und vor allem die Systemeinstellungen sind deutlich sinnvoller aufgebaut als bei Windows Phone 8.1 und der neue Edge-Browser mindestens so schnell und flüssig wie zuvor der Internet Explorer.

Im Rahmen einer zeitlich befristeten Aktion spendiert Microsoft den Käufern des Lumia 950 XL zudem das eigentlich 109 Euro teure Display Dock gratis. Damit lässt sich über das Continuum-Feature das Smartphone zum Quasi-PC machen, der mit Maus, Tastaur und Display arbeitet und eine angepasste, Desktop-artige Oberfläche auf den Monitor wirft. Das klappte beim kurzen Ausprobieren durchaus gut, vor allem für Office-Arbeiten unterwegs ist man so bequem ausgestattet. Alle Möglichkeiten von Continuum werden wir untersuchen, wenn uns ein Testgerät des Lumia 950 XL erreicht.

Spannung versprechen im Test des Microsoft Lumia 950 XL auch die Kamera und der Akku. Die Carl-Zeiss-Kameras in den Lumias brachten in der Vergangenheit stets eine sehr gute Bildqualität mit, litten jedoch unter einer eher trägen App und brauchten lange zum Fokussieren und Auslösen. An der Geschwindigkeit hat Microsoft merklich gearbeitet, das Lumia 950 XL ist beim Fotografieren sehr flott unterwegs, auch wenn es noch schnelle Handykameras gibt. Die manuellen Einstellmöglichkeiten bleiben ebenso wie der RAW-Modus erhalten, mittlerweile wird auch Videoaufnahme in 4K unterstützt. Der Akku des Lumia 950 XL hat eine Kapazität von 3.340 mAh und ist nicht fest eingebaut, sondern kann vom Anwender getauscht werden - mittlerweile eine Seltenheit. Praktisch: Wie viele andere Lumias beherrscht auch das 950 XL die kabellose Ladung über den Qi-Standard.

Das Microsoft Lumia 950 XL kommt Ende November zum Preis von 699 Euro in den Handel, bei den deutschen Providern wird es zusammen mit den passenden Tarifen angeboten.

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Le Chiffre

"setzt Microsoft nicht auf edle Materialien wie Glas, Metall oder Leder"
Wer sagt, dass diese Werkstoffe "edel" sind? Mein Bezug: Glas, Metall.
Material:
Gerade Kunststoff (im Fall von Microsoft Polycarbonat) hat sich als extrem bewehrter Werkstoff etabliert. Kleinere Unfälle wie versehentliches Draufsetzen, Ministürze, in Hosentaschen tragen, usw. Gerade "edle" Materialien geben nicht nach -> Risse, Brüche, usw. Auch die Kratzanfälligkeit dieser Metallen ist viel höher. Mal abgesehen von der Abschirmung von Antennen, so dass sogar bei einigen iDevices u.a. die Antenne nach Außen verlegt werden musste.
Preis:
Verfolgt man mal die weltweiten Preise der in Frage kommenden Werkstoffe der letzten 20-25 Jahre, stellt man schnell fest, dass es genau anders herum ist. Aluminium, Glas, u.a. sind dabei die billigsten Werkstoffe weltweit. Die stetige Weiterentwicklung in Sachen Festigkeit, Verwindung, Kratzfestigkeit, uvm. machen Kunststoff zu einem edlen und teuren Werkstoff, in all seinen Facetten und Möglichketen.
Kopfsache:
Jahrzehntelanges suggerieren "Made in China" und "billiges Plastikzeug" (mag das bei anderen Artikeln so gewesen sein) verhindert natürlich die Wahrnehmung, extremer Weiterentwicklung von Kunststoff. Gerade auch der 2. Satz in diesem Artikel hier, festigt eine falsche Unterstellung. Die Gummierung von Metall Abdeckungen (wie es einige Handyhersteller machten/machen) täuscht nicht über billig verbautes Metall hinweg.

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