Transition-Planning

Das fehlende Glied in der Softwareentwicklung

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Mit der HUK Coburg hat Xerabit ein Transit-to-Production-Werkzeug entwickelt, das der Anbieter jetzt auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen will.
Die Übergabe der Lösung in den Betrieb ist selten reibungslos.
Die Übergabe der Lösung in den Betrieb ist selten reibungslos.
Foto: Fotolia, Falko Matte

Als der Versicherungskonzern HUK Coburg vor zwei Jahren seine IT neu entwarf, stellte man sich dort unter anderem folgende Frage: Wie lassen sich Softwareprogramme in den Betrieb übergeben, ohne diesen zu stören? Das war sozusagen die Geburtsstunde eines gemeinsamen Projekts mit der Xerabit GmbH aus Unterschleißheim bei München. Aus der Teamarbeit entstand das Softwarewerkzeug "Transition to Production", kurz: TTP.

An der Transition-Planning-Software hat die HUK alle Rechte außer dem zur Vemarktung. Das hat sich Xerabit gesichert und offeriert die Software nun auch anderen IT-Anwenderunternehmen.

Projektleiter kennt Betriebskriterien

Wie Bernhard Hopp und Günter Simmnacher, die beiden zuvor bei Comparex beschäftigten Xerabit-Geschäftsführer, erläutern, gibt es in vielen Unternehmen ein "Missing Link": Es fehlt die Verbindung zwischen der Auslieferung einer Softwarelösung ("Solution Delivery") und dem produktiven Einsatz durch den IT-Kunden. Naturgemäß verstünden weder die Unternehmensstrategen noch die Softwareentwickler im Detail, was bei den Betriebsprozessen vor sich gehe. Folglich komme es immer wieder zu Reibungsverlusten an den Übergabepunkten.

Die Xerabit-Chefs sind überzeugt, nun das "Fitting Link" zwischen dem "kreativen" Entwicklungsprozess und dem "stabilen" Betrieb gefunden zu haben. Das TTP-Tool helfe Unternehmen, transparente und immer gleiche Regeln für die Betriebsübergabe aufzustellen sowie deren Einhaltung zu verfolgen. So kenne der Projektleiter vom Start weg die "Betriebskriterien", an denen sich die Produktivsetzung auszurichten habe. Die durchgängige Darstellung verhindere dabei etwaige Missverständnisse aufgrund von Medienbrüchen.