Cisco Cius

Das Anti-iPad kommt

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Das neue Cisco-Tablet bietet, was dem iPad fehlt: ein multimediales Kommunikations-Pad, das auf die Bedürfnisse der Unternehmensanwender zugeschnitten ist.

Noch ein Tablet, und diesmal von Cisco? Und dann auch nur mit einem Sieben-Zoll-Bildschirm? Auf den ersten Blick handelt es sich beim Cius lediglich um ein weiteres videofähiges mobiles Business-Tablet. Damit würde sich das Gerät nicht groß von den Ansätzen anderer Hersteller unterscheiden: So arbeiten Avaya, NEC oder Alcatel-Lucent an ähnlichen Geräten für den Business-Einsatz; weitere Hersteller dürften folgen.

Tablet für Business-User

Das Cius bringt mit, was dem iPad fehlt: Funktionen zur Integration in der Unternehmens-IT. Im Bild wird der Cius mit Hilfe der Docking Station zum Tischtelefon.
Das Cius bringt mit, was dem iPad fehlt: Funktionen zur Integration in der Unternehmens-IT. Im Bild wird der Cius mit Hilfe der Docking Station zum Tischtelefon.
Foto: Cisco

Doch das Cius bietet mehr, weshalb amerikanische Journalisten es bereits zum Anti-iPad erkoren haben. Eine berechtigte Bezeichnung, denn das Gerät stellt keinen weiteren Versuch dar, einen iPad-Konkurrenten auf den Markt zu bringen, sondern verwirklicht andere Ideen. Cisco legte Wert darauf, ein System zu entwickeln, das den Anforderungen der Business-Anwender nicht nur hinsichtlich Sicherheit gerecht wird, sondern auch in Sachen Produktivität und Mobilität. Gerade unter letzterem Kriterium könnte sich das kleine Display mit seinem Gewicht von rund 500 Gramm als Vorteil erweisen. Verbindung zum Netz erhält das Gerät dabei per WLAN (802.11a/b/g/n) oder via 3G-Mobilfunk. 4G-Unterstützung ist geplant. Unterwegs soll Cius mit einer Akkuladung bis zu acht Stunden durchhalten.

Für Cius als Business-Gerät spricht noch ein anderer Aspekt: Cisco zählt zu den wenigen Herstellern, die mit Collaboration-Software bereits in nennenswertem Umfang in den Unternehmen vertreten sind. So wird es etwa WebEx oder TelePresence als Apps für das Cius geben. Gerade Letzteres unterstreicht die Eignung als Business-Kommunikations-Gerät: Das Tablet soll in Videokonferenzen HD-Bilder mit 720p und 30 Frames pro Sekunde liefern. Dass man mit dem Gerät zudem per VoIP telefonieren kann, versteht sich fast von selbst. Letztlich vereint Cius Kommunikationsanwendungen wie Conferencing, E-Mail, Messaging, Web-Browser und Collaboration sowie WebEx- und TelePresence.

Seinen besonderen Reiz bezieht das Tablet jedoch aus einem anderen Feature: Auf dem Schreibtisch in die Dockingstation gesteckt, mutiert es zum Virtual Desktop für Business-Applikationen. Im Gegensatz zu den Ansätzen mancher Konkurrenten können auf dem Cius, der auf der Android-Plattform basiert, zudem Apps aus Googles Android Market genutzt werden. Und dies mit Kontrolle durch die IT-Abteilung.

Hinter dieser Kontrolle verbirgt sich das wohl wichtigste Argument für den Cius-Einsatz im Unternehmen: Das Tablet lässt sich nahtlos in Ciscos Virtual Desktop Infrastructure (VDI) integrieren. Hierzu wird es mit einer Virtual Desktop Client Application ausgeliefert, die es an Ciscos Collaboration Architecture anbindet. Damit kann das Kommunikationsterminal alle zentral zur Verfügung gestellten Unternehmensanwendungen als Software as a Service (SaaS) nutzen oder später dann direkt aus der Cloud.

droidcon: Konferenz für Android-Entwickler

Foto: Droidcon

Am 23. und 24. März 2011 findet in Berlin die Entwicklerkonferenz droidcon statt, die sich mit technischen und wirtschaftlichen Aspekten von Android befasst. Die Konferenz präsentiert zum dritten Mal in Berlin aktuelle und künftige Einsatzmöglichkeiten von Android-Anwendungen und Geräten im Consumer- und Business-Bereich. Sie richtet sich an Entwickler, Hersteller und Fachleute aus der Telekommunikations- und IT-Branche, um neue Ideen für die Android-Plattform zu entwickeln. droidcon ist getrieben von Entwicklerinteressen und unabhängig von den Interessen von Hard- und Softwareherstellern.

Inhalt dieses Artikels