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Dänische Anti-Softwarepiraterie-Gruppe verschickt „Strafmandate“

28.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die dänische Anti-Piracy-Group (APG) hat rund 150 Internet-Surfern in Dänemark Rechnungen über insgesamt 133.600 Dollar geschickt. Grund: Sie hatten sich illegal Musiktitel, Videospiele und Filme aus dem Internet heruntergeladen.

Morten Lindegaard, Antwalt der Anti-Softwarepiraterie-Gruppe sagte, man fordere eine volle Entschädigung für das patentrechtlich geschützte Material.

Lindegaard und seine Gruppe hatten ein Softwareprogramm entwickelt, mit dem sie Surfer bis zu ihrer Internet-Protocol-Adresse zurückverfolgen konnten. Auf diese Weise hatten sie User identifiziert, die in den beiden bekannten dänischen Peer-to-Peer-Netzen Kazaa und eDonkey unerlaubterweise Dateien auf ihre PCs herunterluden. Das Programm hielt auch fest, welches Material unerlaubterweise auf private Festplatten kopiert wurde und wann der Softwareklau ablief. Nachdem die Identität so halbwegs offenbar wurde, hatte ein dänischer Richter die Internet-Service-Provider (ISP) aufgefordert, die Rechnungsadressen von den mutmasslichen Softwarepiraten zu offenbaren.

Dieses Vorgehen wurde zwar von den Beschuldigten als unrechtmässig angeprangert, ein dänisches Gericht bescheinigte aber dem APG und den ISPs, sich rechtskonform verhalten zu haben.

Die Strafen für die einzelnen Surfer betragen in Einzelfällen bis zu 13.360 Dollar. Zu den Beschuldigten gehören Schüler genauso wie Angestellte. Die APG verlangte pro Musiktitel 2,67 Dollar, für einen illegal heruntergeladenen Film 26,70 Dollar und für ein Videospiel 50 Dollar. (jm)