E-Book-Markt

Dachverband der Buchbranche attackiert Amazon

20.05.2014
Im Kampf um den E-Book-Markt hat der Dachverband der deutschen Buchbranche Amazon Machtmissbrauch vorgeworfen.

Der Online-Händler strebe durch "Erpressung der Verlage" weltweit eine marktbeherrschende Stellung an, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am Dienstag in Frankfurt. Das Kartellrecht müsse auch im digitalen Markt durchgesetzt werden. "Es ist ein klarer Auftrag an die Politik und längst überfällig."

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Foto: Stephan Sasek

Nach Medienberichten verzögert Amazon in den USA und Deutschland die Auslieferung von Büchern zweier großer Verlagsgruppen, um diese dadurch zu für Amazon günstigeren Konditionen zu zwingen. "Diese Erpressung findet auf dem Rücken von Kunden und Autoren statt", erklärte Skipis. Von Amazon war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Erst verkauft Amazon günstig massenhaft Kindles, und dann...
Erst verkauft Amazon günstig massenhaft Kindles, und dann...
Foto: Amazon.de

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" fordert Amazon in Europa von dem schwedischen Verlagskonzern Bonnier, zu dem bekannte deutsche Verlage wie Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen gehören, höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books. Um Druck auf Bonnier auszuüben, würden seit Anfang Mai zahlreiche Titel von dem Konzern angehörenden Verlagen nur mit langen Lieferfristen verkauft, obwohl die jeweiligen Titel problemlos vorrätig wären. (dpa/tc)