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D.Logistics drücken Geldsorgen

21.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der aggressive Expansionskurs der vergangenen Jahre hat den Logistikdienstleister D.Logistics in eine finanzielle Sackgasse geführt. Das Unternehmen teilte am Donnerstag mit, es werde aufgrund eines absehbaren Liquiditätsengpasses umgehend Gespräche mit den finanzierenden Banken führen. Gegenstand der Verhandlungen sei eine kurzfristige Überbrückung der Geldprobleme sowie eine langfristige Neuordnung der Finanzstruktur des Konzerns. Presseberichten zufolge liegt der Finanzierungsbedarf von D.Logistics im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Der Vorstand betonte, der Engpass sei nicht durch das operative Geschäft zustande gekommen, sondern vielmehr durch Einmaleffekte bei der Rückabwicklung defizitärer Beteiligungen im IT-/E-Commerce und Consulting-Bereich entstanden. Zudem sei die Finanzierungsstruktur den normalen Schwankungen des Geschäfts nicht angepasst.

Das Unternehmen teilte mit, dass bereits in der vergangenen Woche begonnene Gespräche mit Großaktionären bislang zu keinem Ergebnis geführt hätten. Allerdings habe der ehemalige Vorstandschef und Firmengründer Detlef Hübner seine Loyalität zu dem Unternehmen bekundet und erklärt, er wolle seine Beteiligung weiterhin aufrecht erhalten.

Seit das Hofheimer Unternehmen Anfang der Woche überraschend schlechte Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen musste (Computerwoche online berichtete) ist der Kurs der Aktie bereits um 60 Prozent gefallen. Nachdem Hübner jedoch nach seinem Ausstieg Anfang Februar bislang kaum Ambitionen zeigte, in den Aufsichtsrat zu wechseln, droht der im Nemax-50 gelisteten Aktie ein weiterer Kurseinbruch. So kann der Großaktionär seine Anteile verkaufen ohne dies melden zu müssen. Hübner hält rund 11,7 Millionen der 33 Millionen umlaufenden Aktien. (mb)