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Cyberattacken steigen um 28 Prozent

09.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Zahl der Hackerangriffe im Internet nimmt stetig zu. Laut Bericht von Riptech hatten Kunden des Sicherheitsdienstleisters in den vergangenen sechs Monaten 28 Prozent mehr Angriffe auf ihre Netze zu verzeichnen als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt belief sich die Zahl der Cyberattacken auf 180.000. Die Daten gewann Riptech aus den Protokolldateien der Firewalls und Intrusion-Detection-Systeme von 400 Unternehmen aus 30 Ländern. 74 Prozent der Firmen haben weniger als 1000 und 14 Prozent mehr als 5000 Mitarbeiter.

Die Administratoren rechnen mittlerweile mit durchschnittlich 32 Angriffen pro Woche. Im vergangenen Jahr hatten sie nur 25 Attacken im gleichen Zeitraum zu verarbeiten. Behörden, Vereine und Organisationen müssen sich laut Riptech weniger Sorgen um ihre Server machen als Energie-, Finanz- und Hightech-Unternehmen, gegen die sich 70 Prozent aller Angriffe richten. Dabei beschränken sich die Hacker auf wenige Schlupflöcher: 99 Prozent der Attacken laufen über nur 20 Protokolle und Dienste. Die beliebtesten Schlupflöcher sind HTTP (Hypertext Transfer Protocol), FTP (File Transfer Protocol) und Telnet, sagt Riptech.

Nicht bestätigt haben sich nach Ansicht der Sicherheitsexperten Befürchtungen, Terroristen könnten Cyberangriffe für ihre Zwecke einsetzen. Nur ein Prozent aller Angriffe kam aus Ländern, die die US-Regierung als Schurkenstaaten bezeichnet. Von diesem einen Prozent kamen mehr als drei Viertel aller Hackeraktivitäten aus Iran, Pakistan, Ägypten, Kuwait und Indonesien. (lex)