Satire

CW-Wert

01.03.2002

Mal was von der Front, also dem Verhau zwischen Frauen und Männern und den grundsätzlichen Unterschieden zwischen beiden.

Da lesen wir in einer Studie der Beraterfirma Accenture, Frauen in Führungspositionen setzten beim Marsch durch die Institutionen eher auf "männliche Eigenschaften" denn auf typisch weibliche Stärken wie Einfühlungsvermögen und Teamfähigkeit. Wenn die befragten Industriekapitäninnen glaubwürdig sind, dann schulden sie ihren Aufstieg zuvörderst solchen Qualitäten wie Entschluss- und Durchsetzungskraft.

Bis hierhin folgen wir der Studie unbedingt. Hat denn nämlich wirklich jemals irgendwer an den Schmus der Unternehmensberater geglaubt, die uns den firmenklimatischen Budenzauber von der Wir-lieben-uns-alle-Teamfähigkeit und dem Lass-uns-drüber-reden-Einfühlungsvermögen unterjubeln wollten? Auf dass wir als gleichgerichtete, uniforme und meinungsschwammige Unternehmenslemminge durch die Hierarchien der Firmen floaten? Nichts da! Härte wie Kruppstahl, Entschiedenheit wie flexible Einsatztruppen - das ist das wahre Credo des Erfolgs!

Leider gleitet die Accenture-Erhebung dann ins Unglaubwürdige ab: Nicht Machtgelüste trieben Frauen auf Chefsesseln um, sondern die "intellektuelle Herausforderung" und der Wunsch, "etwas Sinnvolles zu tun". Naja, das sagt man halt so und glaubt es womöglich noch selber - man kann ja schlecht für verbale Blutgrätschen, schmallippige Missgunst und hinterlistige Angriffe auf die Seelen unschuldiger KonkurrentInnen plädieren. Warum auch sollten Frauen unter scheußlichen Umständen weniger scheußlich als Männer sein? Und außerdem: Bessere Hälften wären denn doch nur schwer zu ertragen.