Zusammenarbeit endet in Rechtsstreit:

CTM bringt Konkursantrag gegen CVG ein

18.01.1985

WIEN (apa) - Zu einem Rechtsstreit hat sich die bisherige Zusammenarbeit des deutschen Computerherstellers CTM (Wien) mit dem Vertreter für Ostösterreich, der CVG (Wien) entwickelt.

Der Vertretungsvertrag mit CVG wurde gekündigt und die Geschäfte ab 1.11. einer eigenen Tochtergesellschaft übertragen. CTM hat wegen offener Forderungen einen Konkursantrag gegen CVT eingebracht.

"Die Kündigung des Vertrages kam für uns nicht überraschend", erklärte der geschäftsführende Mitgesellschafter der CVG, Franz Siebenhaar, bei einer Pressekonferenz. Die Gründe für diese Entwicklung sieht Siebenhaar in der Übernahme von- 49-Prozent des CTM-Kapitals durch die deutsche ITT-Tochter SEL. Den Rest hält die Diehl-Gruppe. Nachdem noch im Frühjahr 1984 geplant war, daß CVG durch CTM übernommen werden solle, kam es mangels Einigung über den geforderten Verkaufspreis von 6,2 Millionen Schilling zur Kündigung des Vertretungsvertrags sowie zur Gründung einer eigenen CTM-Vertriebsgesellschaft in 'Osterreich, sagte Siebenhaar. Außerdem habe ihm CTM vorgeworfen, vertragswidrig CTM-Computer in die Bundesrepublik und nach Ungarn exportiert zu haben.

Gerüchte aus Deutschland, so Siebenhaar, sprechen davon, daß SEL das Vorkaufsrecht für weitere 40 Prozent Anteil am CTM erworben habe und daß dann die Firmenzentrale von Konstanz zu SEL nach Stuttgart übersiedeln solle. Der österreichische Vertrieb von CTM-Computern solle dann mit ITT Austria Datensysteme zusammengelegt werden. Eine Entscheidung, in welcher Form auch immer, sei nicht vor dem 1. Quartal 1985 zu erwarten.

CVG erzielte 1983 mit 15 Mitarbeitern einen Umsatz von 33,5 Millionen Schilling (75 Prozent davon mit CTM-Computern), der heuer aufgrund der Ereignisse auf 24 Millionen Schilling (davon 15 Millionen Schilling mit CTM) mit fünf Mitarbeitern sinken wird.