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CSC Ploenzke: IBM verdirbt das Outsourcing-Geschäft

10.02.2005
Der Outsourcing-Deal zwischen IBM und der Deutschen Bank habe den Markt verunsichert, sagt CSC-Ploenzke-Chef Peter Strabel.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Das Outsourcing-Geschäft in Deutschland hat sich noch nicht so entwickelt, wie wir das gerne sähen", erklärte Peter Strabel, Vorstandschef der CSC Ploenzke AG, gestern gegenüber Pressevertretern. Nach dem spektakulären Outsourcing-Deal der Deutschen Bank mit IBM hätten viele in der IT-Dienstleistungsbranche auf eine Signalwirkung gehofft. Die aber sei angesichts von "Umsetzungsproblemen" in dem Milliardenprojekt ausgeblieben: "IBM hat sich dabei ein bisschen blamiert", lästerte der Manager über den härtesten Konkurrenten im Servicemarkt. "Das hat für Verunsicherung im Markt gesorgt." Es sei nun schwieriger, Kunden von den Vorzügen einer IT-Auslagerung zu überzeugen. Nicht gerade förderlich für die Outsourcing-Protagonisten wirkten sich zudem die zahlreichen Verzögerungen im Herkules-Projekt der Bundeswehr aus.

Im deutschen IT-Markt erkennt Strabel "eine stetige Erholung, aber noch keinen flächendeckenden Durchbruch". Noch immer hätten Kunden in erster Linie Einsparungen oder einen schnellen ROI (Return on Investment) im Blick, wenn sie in IT-Projekte investierten. Für die Dienstleister laufe insbesondere das klassische Beratungsgeschäft nach wie vor schlecht. Vor allem in der Finanzbranche, in der CSC Ploenzke traditionell stark vertreten ist, sei es zu massiven Einbrüchen gekommen. Erst in jüngster Zeit habe sich die Nachfrage wieder leicht belebt, die Auslastung des Beratungspersonals liege mit 75 bis 80 Prozent wieder auf einem ähnlich hohen Niveau wie vor der rezessiven Phase. Zugleich aber seien die Preise um 25 bis 30 Prozent gefallen.

Dennoch setzt der Wiesbadener IT-Dienstleister auch künftig auf das Projektgeschäft. Viele große IT-Vorhaben seien noch immer ERP-getrieben, erläuterte Hans-Werner Wurzel, im Vorstand zuständig für das SAP-Geschäft. Dabei komme SAPs Integrationsplattform Netweaver eine Schlüsselrolle zu. Insbesondere Portale und Business-Intelligence-Systeme würden derzeit auf dieser Basis entwickelt. Zur Killerapplikation werde sich das Master Data Management (MDM) entwickeln, sprich das Bestreben der Kunden, Stammdaten kohärent vorzuhalten. Ob sich die Integrationsplattform des deutschen Softwaremultis auf breiter Front durchsetzt, wird sich nach Wurzels Einschätzung dieses Jahr entscheiden: "2005 wird das Jahr der Wahrheit für Netweaver." CSC Ploenzke jedenfalls hoffe auf eine Umsatzverdoppelung mit entsprechenden Projekten. (wh)