IT-Dienstleister

CSC gliedert amerikanisches Behördengeschäft aus

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Der amerikanische IT-Dienstleister Computer Sciences Corp. (CSC) wird sich in zwei börsennotierte Firmen aufspalten. Das US-Behördengeschäft, das für einen Umsatz von 4,1 Milliarden Dollar steht und zirka 14.000 Mitarbeiter beschäftigt, soll ab Oktober 2015 als eigenständiges Unternehmen agieren.

Das 8,1 Milliarden Dollar schwere Kerngeschäft mit seinen dann noch verbleibenden 51.000 Mitarbeitern wird künftig als "CSC Global Commercial" firmieren und sich um Kunden aus der Privatwirtschaft sowie um Behörden anderer Länder kümmern. Der ausgegliederte US-Behördenbereich soll "CSC US Public Sector" heißen. Der IT-Dienstleister begründet seine Entscheidung damit, dass die öffentliche Hand vorzugsweise mit spezialisierten, fokussierten Unternehmen zusammenarbeite.

Mike Lawrie, CEO von CSC
Mike Lawrie, CEO von CSC
Foto: CSC

Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass CSC aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten zusehends Gegenwind von Kunden aus der Privatwirtschaft zu spüren bekommen hat. In den gestern veröffentlichten Quartalszahlen musste CSC sowohl bei Global Business Services als auch bei Global Infrastructure Services spürbare Umsatzeinbußen ausweisen.

CSC hatte seit ein paar Jahren versucht, einen Käufer für sich zu finden. Als potenzielle Interessenten waren unter anderem der französische Marktbegleiter Capgemini, Hewlett Packard (HP), die kanadische CGI sowie einige Private-Equity-Gesellschaften im Gespräch, schrieb das US-Blog "Re/code" bereits vor einigen Tagen. Die hätten allerdings nicht so viel zahlen wollen wie CSC erwartet habe.

Zentrale von CSC in Falls Church, Virginia
Zentrale von CSC in Falls Church, Virginia
Foto: CSC

Im Hintergrund machte der Investor Jana Partners LLC Druck, der nach zuletzt schleppendem Geschäftsverlauf Veränderungen sehen wollte. CSC wird an der Börse mit rund zehn Milliarden Dollar bewertet. Nach Bekanntgabe der Spaltungspläne schoss der CSC-Aktienkurs um fünf Prozent hoch. CSC will seinen Aktionären eine Bardividende von 10,50 Dollar zahlen, wenn der Split abgeschlossen ist. (tc)