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Cruise Missiles zielen auf Satelliten-Telefone

21.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge könnte die Benutzung eines Satelliten-Telefons im Irak künftig gefährlich werden. Die US-amerikanischen Truppen würden nach entsprechenden Signalen lauschen, um potenzielle Ziele für ihre Angriffe aufzuspüren, erklärte Loren Thompson, Militärexperte des Lexington-Instituts in Virginia. Dabei sei es allerdings schwierig, Freund und Feind auseinanderzuhalten. Somit könnten neben hochrangigen Militärs der Iraker auch ausländische Journalisten in die Schusslinie der US-amerikanischen und britischen Invasionsarmee geraten. Vertreter des US-Militärs wollten nicht dazu Stellung beziehen, wie genau Ziele anhand von Signalen aus Satellitentelefonen anvisiert werden könnten. Man würde sich jedoch nicht auf kleinere Ziele wie Personen, sondern hauptsächlich auf größere Strukturen konzentrieren, versucht

Militärsprecherin Rumi Nielsen-Green abzuwiegeln. Die Möglichkeit, dass dabei allerdings auch Unschuldige unter Beschuss geraten könnten, will sie nicht ausschließen. Nach Angaben des irakischen Informationsministerium befinden sich momentan rund 300 Journalisten in der Hauptstadt Bagdad. Dazu käme noch einmal eine nicht näher zu beziffernde Zahl an Reportern, die zusammen mit den Angreifern und auf eigene Faust im Krisengebiet arbeiteten. Angesichts der Berichterstattung aus der Kriegsregion steigt das Datenvolumen mit Sprach- und Videoinformationen, dass via Satellitentelefon übertragen wird. Davon profitieren die Betreiber der satellitengestützten Mobilfunknetze. So hat der in London ansässige Provider Inmarsat bereits einen fünften Satelliten über dem Mittleren Osten in Betrieb genommen. (ba)