Open-Source- und Linux-Rückblick für Kalenderwoche 34

Crowdfunding für Ubuntu Edge gescheitert

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Canonical hat nicht einmal die Hälfte der gewünschten Summe für das Ubuntu Edge einsammeln können. Man zeigt sich dennoch zufrieden.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 34, Firefox für Android mit großen Änderungen an der Benutzerschnittstelle.

Der Linux-Kernel feiert seinen 22. Geburtstag. The Document Foundation hat LibreOffice 4.0.5 ausgegeben. Xubuntu wird XMir nicht in Version 13.10 ausliefern.

Ubuntu Edge gescheitert

Einen Crowdfunding-Rekord hat Canonical mit dem Ubuntu Edge aufgestellt. Am Ende lag man mit knapp über 12,8 Millionen US-Dollar allerdings weit hinter dem gewünschten Ziel von 32 Millionen US-Dollar. Dennoch zeigt man sich zufrieden.

Auf der Indiegogo-Seite bedankt man sich bei allen Backern, die an das Ubuntu Edge geglaubt haben. Anwender sollen im Jahre 2014 die Augen nach Ubuntu-Smartphones offen halten, zeigt man sich kämpferisch.

Um das gewünschte Ziel zu erreichen, hätte man vielleicht den Preis für das Smartphone früher senken sollen. Nachdem der Perk mit 695 US-Dollar eingeführt wurde, haben noch einmal über 5000 Backer zugeschlagen. Aber es war wohl zu spät. Schon früh während der Kampagne zeichnete sich ab, dass die Schmerzgrenze für das Ubuntu Edge bei vielen bei ungefähr 700 US-Dollar liegt.

Das Scheitern der Kampagne bedeutet für das Ubuntu Edge, dass es nicht hergestellt wird und eine Vision bleibt. Für Ubuntu Touch, das mobile Betriebssystem von Canonical hat das keine Auswirkungen. Hier wird weiter wie bisher entwickelt.

Firefox für Android: UI komplett überarbeitet

Lucas Rocha hat in seinem Blog grundlegende Änderungen bei Mozilla Firefox für Android angekündigt. Es sei seiner Aussage nach die größte UI-Änderung für den mobilen Browser seit der ersten nativen Version im Juni 2012.

Drei Monate haben die Entwickler an der Software gefeilt. 147 Bugs hat man laut eigenen Angaben ausgebessert und es gab 250 Changesets.

Dem Awesomscreen (Bookmarks und Browsing-Verlauf) wurde ein komplett neues Design verpasst. Die Entwickler vereinen die Startseite und den Awesomescreen. Beim Start des Browsers sehen Anwender nun dasselbe, als würden Sie die URL-Leiste antippen.

Wer die neue UI ausprobieren möchte, findet die Software in den Nightly Builds.

Linux wird 22

Am Sonntag, den 25. August 2013 wurde der Linux-Kernel 22 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch auch von der COMPUTERWOCHE. In seiner Ankündigung zu Linux-Kernel 3.11-rc6 hat Linus Torvalds bereits angekündigt, dass er zum Geburtstag Version 3.11-rc7 ausgeben möchte. Am Ende dieser Mail schreibt er: "Wie die Zeit vergeht, wenn man Spaß an der Sache hat".

Die erste Version, 0.01, wurde allerdings am 17. September 1991 ausgegeben. Die Ankündigung dafür auf der Usenet-Newsgroup comp.os.minix fand am 25. August 1991 statt. Linus Torvalds schrieb damals, dass er an einem freien Betriebssystem für 386(486) bastle. Nur ein Hobby sollte das sein und nicht so etwas Großes wie GNU.

Wozu das Hobby geführt hat, weiß jeder IT-Interessierte. Torvalds war damals mit Sicherheit nicht bewusst, was er da losgetreten hat. Linux ist aus den Data-Centern nicht mehr wegzudenken und das derzeit erfolgreichste mobile Betriebssystem, Android, basiert ebenfalls auf dem Linux-Kernel. Viele Geräte mit Embedded Systemen setzen ebenfalls auf Linux.

Der Linux-Kernel 1.0.0 wurde am 14. März 1994 veröffentlicht und enthielt 176.250 Zeilen Code. Die derzeitig stabile Version 3.10 beinhaltet 15.803.499 Zeilen Code. Freiwillige Entwickler um den gesamten Erdball verteilt arbeiten am Linux-Kernel. Auch große Firmen haben spezielle Entwickler für die Weiterentwicklung abgestellt.

LibreOffice 4.0.5

The Document Foundation hat LibreOffice 4.0.5 für Linux, Mac OS X und Windows ausgegeben. Es handelt sich hier um eine Wartungs-Version für die 4.0.x-Serie der kostenlosen Bürosoftware-Sammlung. In der Ankündigung weist man darauf hin, dass LibreOffice 3.6.x nicht mehr weiter gepflegt wird und Anwender möglichst bald aktualisieren sollen.

In LibreOffice 4.0.5 haben die Entwickler mehr als 90 Bugs ausgebessert. Viele davon liegen im Bereich der Zusammenarbeit mit proprietären Dokument-Formaten. Sie können LibreOffice 4.0.5 im Download-Bereich der Projektseite beziehen. Die derzeit aktuelle Version ist LibreOffice 4.1.0. Hierfür gab es allerdings noch keine Wartungs-Version und konservativere Anwender dürften mit dem 4.0.x-Zweig besser bedient sein.

Xubuntu ohne XMir in Version 13.10

Man wollte eigentlich XMir in Xubuntu 13.10 anbieten. Allerdings seien die Performance-Einbußen zu groß und man habe sich weiterhin für X.Org entschieden. XMir bietet die Schicht zwischen nativen X-Anwendungen und dem von Canonical entwickelten Mir Display Server.

XMir ist allerdings noch nicht fertig und die Ubuntu-Entwickler wollen die Geschwindigkeit bis zum Code-Freeze am 21. September noch verbessern. Bei Xubuntu geht man allerdings lieber auf Nummer Sicher und bleibt bei X.Org.