Unix soll kommerzielle Kundschaft anlocken:

Cray wird traditionelle Schiene zu eng

11.03.1988

NEW YORK (IDG) - Um auch den Bedürfnissen des wachsenden Kundenstammes aus dem kommerziellen Bereich nachzukommen, will jetzt die Cray Research Inc. künftig verstärkt in der Entwicklung von Betriebssystemen tätig sein.

Gab das Supercomputerunternehmen letztes Jahr noch 109 Millionen Dollar für Forschungsprojekte aus-wovon lediglich 40 Prozent auf die Software entfielen-sollen schon dieses Jahr die Entwicklungskosten zu gleichen Teilen auf Hard-und Software entfallen. Dies gab zumindest John Rollwagen, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender von Cray, bekannt.

Diesen Richtungswechsel begründet der Hersteller damit, daß sein traditioneller Kundenstamm wie Regierungs-und Forschungseinrichtungen um kommerzielle Anwender erweitert werden soll. Dazu zählt Cray insbesondere den Finanz-und Telekommunikationsbereich sowie die Fertigungsindustrie.

Vor allem will Cray einen Großteil der Geldmittel dafür verwenden, das Unix-Derivat "Unicos" mit einer gleichwertigen Funktionsvielfalt auszustatten wie das hauseigene Betriebssystem "COS". Denn auch für den Supercomputerhersteller ist Unix immer mehr ein Thema. So läuft heute schon der neueste Rechner, das Modell Y/MP/832, standardmäßig unter diesem Betriebssystem.

Ferner ist geplant, sowohl "COS" als auch "Unicos" auf den Supercomputern Y/MP, X/MP, der Cray-1 und der Cray-2 zu unterstützen. Diese Strategie soll auch für weitere Rechnerankündigungen gelten.