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Corning schockiert die Anleger

10.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der unter anderem auf optisches Kommunikationsequipment spezialisierte US-Hersteller Corning hat gestern Anleger und Analysten mit einer Reihe von Hiobsbotschaften erschüttert. Das Unternehmen wird weitere 1000 Stellen streichen, drei Fabriken schließen, die Ausschüttung seiner seit 1945 ausgezahlten Quartalsdividende von sechs Cent pro Aktie einstellen sowie im zweiten Quartal 5,1 Milliarden Dollar für Lageüberbestände und weitere außergewöhnliche Belastungen abschreiben. Betroffen ist vornehmlich Cornings Sparte Photonics Technology, in der seit Februar bereits 2000 Mitarbeiter entlassen worden waren.

"Der Abschwung kam schneller und härter als wir oder der Rest der Branche vorhersehen konnten", bekannte President und CEO (Chief Executive Officer) John Loose. Seiner Ansicht nach wird sich der Markt für TK-Ausrüster nicht "vor Ende des Jahres, und möglicherweise nicht vor Mitte 2002" wieder erholen. Für das zweite Quartal hofft Corning allerdings, die - bereits revidierten - Gewinnerwartungen von 18 Cent je Anteilschein erfüllen zu können. Für die zweite Jahreshälfte wollte das Unternehmen allerdings keine Prognose mehr wagen. Loose rechnet im Bereich optische Komponenten für das Gesamtjahr 2001 nur noch mit 600 bis 700 Millionen Dollar Umsatz - nach einer Milliarde Dollar im Vorjahr und Zuwächsen zwischen 75 und 100 Prozent in den vergangenen Jahren.