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Corel steht das Wasser bis zum Hals

21.06.2000
Verlust im zweiten Quartal, Zukunft unsicher

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Geschäftsfähigkeit von Corel gerät in ernsthafte Gefahr, sollte es der strauchelnden Softwareschmiede nicht gelingen, neue Investoren zu gewinnen oder ihre Kosten zu senken. Davor warnte das kanadische Unternehmen im Rahmen seiner Ergebnisveröffentlichung zum zweiten Quartal.

Corel hat für sein zweites Fiskalquartal einen Nettoverlust von 23,6 Millionen Dollar bekannt gegeben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres machte die kanadische Company noch einen Profit von 9,2 Millionen Dollar. Die Bargeldreserven des Unternehmens haben sich von 29,2 Millionen Dollar im ersten Quartal auf nunmehr 9,9 Millionen Dollar dezimiert. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf 36,6 Millionen Dollar. John Blaine, Chief Financial Officer (CFO) von Corel, machte für das schlechte Ergebnis vor allem die geringe Nachfrage nach seinen Kernprodukten, Grafik-Software und die Office-Suite "Word Perfect", verantwortlich.

Nun soll ein zweiter Börsengang die Kassen des Softwarehauses füllen. Corel will über sieben Millionen Aktien in den Handel bringen und hofft auf einen Erlös von rund 20,5 Millionen Dollar. Zudem versucht das Unternehmen einen Kostensenkungsplan zu implementieren, der rund 40 Millionen Dollar pro Jahr einsparen soll.