COR und FJA fusionieren

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Die zwei Anbieter von Versicherungssoftware gehen im September zusammen. Eingefädelt hat den Deal msg Systems aus München.

Durch den Zusammenschluss der konkurrierenden Softwarehäuser COR AG und FJA AG soll ein Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 130 Millionen Euro entstehen – vorausgesetzt, die Aktionäre segnen die Fusion auf den jeweiligen Hauptversammlungen Mitte dieses Jahres ab. Arrangiert wird die Hochzeit von der Münchner Firma msg Systems, die derzeit 57,5 Prozent der Anteile an der COR AG und zusammen mit dieser Firma 30,47 Prozent der FJA-Aktien hält.

COR und FJA bieten Software und Dienstleistungen für Lebens-, Sach- und Krankenversicherungen. Msg entwickelt und vertreibt ebenfalls Applikationen für diese Branchen, ist darüber hinaus aber auch im Gesundheitswesen und in der Automobilbranche aktiv. Außerdem agieren die Münchner als Beratungs- und Entwicklungspartner von SAP. In dieser Eigenschaft stellt msg Add-ons für SAPs Standardsoftware her.

Neues Kräfteverhältnis

Nach Ansicht der Analysten von PAC aus München ändert sich durch die Fusion das Kräfteverhältnis im IT-Geschäft mit Versicherungen. Msg sei mit Software- und IT-Services für diese Branche bereits Marktführer. Durch die Fusion von FJA mit COR könne das Unternehmen auch im Bereich der Projektdienstleistungen, die für Versicherungen erbracht werden, die Spitze erobern und dort IBM verdrängen.

Der Bedarf an Versicherungslösungen ist groß, und die Gesellschaften sind trotz der Krise bereit, in IT zu investieren und ihre Prozesse zu verbessern, so die Experten. Ihnen gehe es im Vergleich zu den Banken noch vergleichsweise gut. "Versicherungsunternehmen wollen ihre Unternehmens- und damit auch ihre IT-Infrastruktur in Richtung Kundenzentrierung ausrichten", so PAC-Analystin Eike Bieber. Hierzu müssten sie verschiedene Systeme integrieren. Heute orientierten Gesellschaften ihre internen Abläufe noch nach den Produkten.

Vermehrt griffen Versicherungen zu Standardsoftware, wenn sie neue Lösungen für ihre Kernprozesse suchten. Bisher kämen Standardapplikationen dort aber meist nur in der Finanzbuchhaltung, dem Personalwesen und dem Controlling vor.

Compliance

Ferner versprechen Standardprodukte eine leichtere Umsetzung von gesetzlichen Auflagen (Compliance). Für die Versicherungswirtschaft zählen dazu die Vorschriften für die Eigenmittelausstattung "Solvency II". (fn)