Handybauer aus China macht HTC, LG und Co Konkurrenz

Coolpad adressiert mit LTE-Handys die Premium-Mittelklasse

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Der deutsche Handy-Markt ist um einen weiteren Player aus China reicher. Nach Huawei/Honor, ZTE und Haier tritt nun Coolpad mit eigenem Markenauftritt an. Ab Februar starten sie mit zwei Modellen auf dem zwar schwierigen, aber lukrativen deutschen Markt.
Die Premium-Mittelklasse will der Newcomer Coolpad in Deutschland erobern.
Die Premium-Mittelklasse will der Newcomer Coolpad in Deutschland erobern.
Foto: Coolpad

Mit zwei neuen LTE-Smartphones startet Coolpad ab Februar im deutschen Markt. Dabei will der chinesische Newcomer, der nach eigenen Angaben bereits der siebtgrößte Smartphone-Hersteller weltweit ist, das mittlere Marktsegment adressieren. Der 1993 in China gegründete Konzern war bereits bislang in Europa tätig - allerdings agierte er nur als ODM. Im Heimatmarkt China ist Coolpad, so das Unternehmen selbst, die Nummer 1 bei den LTE-Smartphones. Dort baut das Unternehmen, das einst mit Pagern begann, seit 2003 Smartphones. Insgesamt adressierte Coolpad bisher vornehmlich Volumenmärkte: Neben China war man in den anderen asiatischen Märkten und Indien aktiv.

Angriff in der Premium-Mittelklasse

Das Design des Torino S lässt es schon erahnen - Coolpad kann durchaus mehr als nur billig.
Das Design des Torino S lässt es schon erahnen - Coolpad kann durchaus mehr als nur billig.
Foto: Coolpad


Neu ist, dass das Unternehmen jetzt mit einem eigenen Markenauftritt von München aus in Deutschland agiert. Marktbeobachter glauben, dass Coolpad vor allem Playern wie LG, HTC oder Sony im mittleren Marktsegment gefährlich werden könnte. Hersteller mit vielen Premium-Modellen wie Huawei/Honor oder Samsung scheinen derzeit noch ungefährdet - das könnte aber eine gefährliche Täuschung sein. Die Newcomer aus China hat durchaus einige Folterwerkzeuge in der Tasche, um die etablierten Premium-Hersteller zu ärgern. So versprach das Unternehmen beim offiziellen Produkt-Launch in München, dass es für seine Produkte über den gesamten Lifecycle Betriebssystem-Updates anbieten werde. Ein Punkt an dem sich gerade Hersteller wie Samsung eine Scheibe abschneiden könnten.

Droht Apple und Samsung eine Preisschlacht?

Ein Smartphone mit curved HD-Display, Fingersensor, Snapdragon sowie LTE für 199 Euro ist durchaus eine Kampfansage.
Ein Smartphone mit curved HD-Display, Fingersensor, Snapdragon sowie LTE für 199 Euro ist durchaus eine Kampfansage.
Foto: Coolpad

Zudem ist der Nimbus der Oberklassen-Handys nicht ungefährdet. Mit dem Coolpad Max haben die Chinesen ein Modell in der Schublade, das manchen User zu der Frage verleiten könnte, warum er bei Apple, Samsung oder Honor den dreifachen Preis bezahlen soll, wenn er entsprechendes Design schon für unter 300 Euro bekommen kann. Zu diesem Preis soll das Gerät wohl im zweiten Quartal mit Alu-Body, curved HD-Display, 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicher auf den Markt kommen. Wie viele andere Coolpad-Modelle besitz auch das Max zwei SIM-Karten-Slots, wovon einer auch für Micro-SD-Karten genutzt werden kann. Darüber hinaus verfügt das Gerät über zwei Betriebssysteme: ein normales Android und ein verschlüsseltes Android, so dass ein User etwa eine private Arbeitsumgebung einrichten kann und eine fürs Business.

Soldie Hardware zum kleinen Preis

Während für das Max ein genauer Markteinführungstermin noch nicht feststeht sollen das Torino S sowie das Porto bereits im Februar in Deutschland verfügbar sein. Selbstbewusst bezeichnet Coolpad sein neues Torino S als den ersten Vertreter der Premium-Mittelklasse. Dazu spendiert der Hersteller dem Gerät ein 2.5D Curved HD Display sowie einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Es verfügt über 2 GB RAM und 16 GB ROM. Zudem kann der Speicher mit Hilfe einer MicroSD-Karte erweitert werden. Angetrieben wird das Coolpad Torino S von einem Qualcomm Snapdragon 410-Prozessor mit vier Kernen und einer Taktrate von 1,2 GHz. Für das Torino S, das in den Farben Weiß und Champagner Gold erhältlich sein wird, gibt Coolpad einen Verkaufspreis von 199 Euro an.

Das Portos S kostet als LTE-Einstiegsmodell lediglich 129 Euro.
Das Portos S kostet als LTE-Einstiegsmodell lediglich 129 Euro.
Foto: Coolpad

Noch günstiger ist das Porto S mit einem Verkaufspreis von 129 Euro. Für diesen Preis erhält der Käufer eine LTE-Smartphone, in dem ein 64 Bit Quad-Core-Prozessor MT6735P von Mediatek, der mit 1 Gigahertz getaktet ist, seine Arbeit verrichtet. Ihm zur Seite steht ein 1 Gigabyte großer Arbeitsspeicher. Als Gerätespeicher dienen 8 GB. Das Porto S verfügt dabei über ein 5 Zoll HD Display mit 1.280 x 720 Pixeln. Für Reisen ins Ausland wartet das Smartphone zudem noch mit einem zweiten SIM-Slot auf, so dass bei Bedarf eine SIM-Karte des Reiselands verwendet werden kann, um Roaming-Gebühren zu sparen.

 

Horst Ulrich Köther

Gut aussehen tut es, aber das ist nicht alles! Gute Leistungsdaten hat es, aber das ist nicht alles! Wie wäre es nun mit einem anderen Betriebssystem? Android-billig-Telefone gibt es "wie Sand am Meer". Auch MS gibt sein Betriebssystem kostenlos an OEMs. Ich gebe das vielfache Geld nämlich nicht für das Design aus, sondern für ein stabiles, sicheres und funktionales Betriebssystem, das dann auch noch mit der Hardware harmoniert. Da Design für mich uninteressant ist, fehlt es an Alternativen. Wenn die wichtigsten Programme (manche sagen Apps) auch für MS verfügbar wären, dann - ich muß keinen Apfel haben.

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