txtr reader

Cooles neues E-Book-Lesegerät aus deutschen Landen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Auf der CeBIT und danach auf der Buchmesse in Leipzig zeigt das Berliner Start-up txtr seinen gleichnamigen neuen E-Book-Reader.

Der wird als "online, offen und vernetzt" beworben. Hinter txtr steckt die Berliner Firma Wizpac (hervorgegangen aus gate5, deren Navigations-Software jetzt "Nokia Maps" heißt). Sie hat die Hard- und Software für den "txtr reader" samt flankierender Web-2.0-Plattform selbst entwickelt.

txtr reader: So sieht er aus.
txtr reader: So sieht er aus.

Die Specs des Geräts hören sich vielversprechend an: eInk-Display (6 Zoll, 600 x 800 Pixel, 16 Graustufen), "Freescale"-CPU mit 532 Megahertz, Epson-Display-Controller, Linux-Kernel, 3D-Accelerometer, Lithium-Ionen-Akku, 64 MB SDRAM plus MicroSD-Kartensteckplatz, internes UMTS-Modem, Bluetooth 2.1, Wi-Fi. Auf den Markt kommen soll der txtr reader im dritten Quartal. Der Preis steht noch nicht fest, soll aber "konkurrenzfähig" ausfallen.

Zur Online-Plattform txtr.com heißt es: "Die Onlineplattform txtr.com ist die perfekte Basis für den txtr reader. Sie verwaltet alle Arten von digitalen Texten - von eBooks über Word- und Office 2007-Dateien bis zu PDFs, ePub- Formaten und Powerpoint-Präsentationen. Dabei können unterschiedliche Versionen von Dokumenten gespeichert, aktualisiert und geordnet werden. Eine Besonderheit ist die Webclip-Funktion, mit der man Ausschnitte von Webseiten bei txtr.com permanent speichern kann.

Eigene Texte lassen sich veröffentlichen und mit anderen Nutzern austauschen. Dafür bietet txtr.com ein einfach funktionierendes, flexibles Rechtesystem. So ist eine gemeinsam erstellte Sammlung von Texten einfach und schnell angelegt und von jedem Standort aus abrufbar. Eine Kommentar-Funktion lädt zur Diskussion von Texten ein, über Änderungen an Textsammlungen informieren RSS-Feeds.

Damit empfiehlt sich die Plattform nicht nur für alle, die eine private Textsammlung einrichten möchten, sondern auch für Profis, die ihre Texte mit einer Redaktion oder Arbeitsgruppe austauschen wollen. Für Studenten und Akademiker unterstützt txtr.com den BibTeX-Standard, der an Universitäten zum Erstellen von Literaturverzeichnissen und Quellenverweisen genutzt wird. Die News-Box in der Sidebar zeigt userrelevante Ereignisse wie neue Kontakte, neue Zugriffsrechte auf Texte oder die Veröffentlichung neuer Dokumente direkt und in Echtzeit an.

Nutzer der Plattform können Texte nicht nur bewerten, sondern sie auch weiterempfehlen. Außerdem bietet txtr.com eine komfortable Volltextsuche, die erste Ergebnisse schon beim Eintippen anzeigt. Die Plattform bedient dabei nicht nur den txtr reader und herkömmliche Computer, sondern schafft auch neue Anwendungsmöglichkeiten für die aktuelle Generation von mobilen Internetgeräten, wie z.B. das iPhone von Apple. Für dieses gibt es bei txtr.com bereits jetzt eine auf das Gerät zugeschnittene Anwendung, mit der man auch mobil komfortabel auf die Funktionen der Plattform zugreifen kann."

Das klingt alles sehr vielversprechend. Fragt sich also nur, ob auch folgendes Versprechen eingelöst werden kann: "Rechtzeitig zum Launch wird es ein Shop-System auf txtr.com geben, das ein umfangreiches digitales Buch-Programm von Titeln großer deutscher Verlage bereit halten wird" - für E-Book-Reader ist Content King, und sich da als Start-up gegen einen Branchenriesen wie Amazon und dessen Marktmacht durchzusetzen, ist gelinde gesagt eine Herausforderung. Wir drücken die Daumen!