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Constellation: Sun will an die Supercomputer-Spitze

26.06.2007
Seit langem dominiert IBM die Top-500-Liste der weltstärksten Computersysteme. Jetzt tritt Sun Microsystems mit einem neuen System an, um sich einen Spitzenplatz zu erobern.

Mitgründer Andy von Bechtolsheim höchstpersönlich hat "Constellation" erdacht. Das System, das heute auf der Supercomputer-Konferenz in Dresden vorgestellt wird, besteht hauptsächlich aus Standardkomponenten wie x64-Prozessoren, Sun-Bladeservern und "Sun-Fire-x4500"-Storage und verwendet Open Solaris oder Linux als Betriebssystem.

Sun baut gerade einen Constellation-Rechner am Texas Advanced Computer Center (TACC) der University of Texas in Austin auf. Das Institut hatte dafür im vergangenen Jahr knapp 60 Millionen Dollar von der US-amerikanischen National Science Foundation erhalten. Der Fortschritt des Projekts hängt allerdings davon ab, ob Sun von Advanced Micro Devices (AMD) genug brandneue Quad-Core-Opterons ("Barcelona") bekommt.

Ein Constellation-Rechner mit 32.768 Prozessoren und 131.072 Kernen käme theoretisch auf eine Rechenleistung von 1,08 Petaflops und 3 Terabit pro Sekunde I/O-Bandbreite zum Massenspeicher. Ein Blue Gene/L der IBM mit gleich vielen Cores würde laut Sun "nur" 360 Teraflops Rechenleistung und 1 Tb/s Storage-I/O erreichen.

Herzstück von Constellation ist ein spezieller Switch namens "Magnum", der den Datenfluss zwischen Servern, Arbeits- und Massenspeicher steuert. Dieser basiert auf Infiniband und hat üppige 3456 Ports. Bechtolsheim zufolge bieten die größten am Markt erhältlichen Infiniband-Switches derzeit nur 288 Ports und erfordern zudem noch Helfer-Switches ("Leafs"). Durch die "Dicker-Baum"-Architektur von Magnum könne man große Constellation-Installationen mit wenigen Switches und rund einem Sechstel der sonst üblichen Verkabelung realisieren, so Bechtolsheim weiter.

Sun hofft, dass es von AMD genug Barcelona-Opterons bekommt, um den TACC-Constellation bis zum 15. Oktober auf eine Leistung von rund 500 Teraflops auszubauen. Dann würde der Sun-Rechner in jedem Fall in der Nähe der Spitzenposition der nächsten Top-500-Liste landen, die im November publiziert wird. (tc)