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Consors schreibt dreistelligen Millionenverlust

19.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Consors AG verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr infolge stark gesunkener Erträge und hoher Abschreibungen einen Nettoverlust von 125,5 Millionen Euro oder 2,64 Euro je Aktie. Ein Jahr zuvor hatte der zum Verkauf stehende Online-Broker noch einen Reingewinn in Höhe von 17 Millionen Euro oder 38 Cent je Anteil erzielt. Im Ergebnis enthalten sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte (52,6 Millionen Euro) und Beteiligungen (26,9 Millionen Euro) in Höhe von insgesamt 79,5 Millionen Euro. Einschließlich der planmäßigen Goodwill-Abschreibungen und Restrukturierungskosten beliefen sich die Sondereffekte im vergangenen Jahr summa summarum auf 99,1 Millionen Euro. Aufgrund des Sanierungsprogramms "Fit for Future" konnten die Nürnberger dagegen die operativen Kosten vor Abschreibungen von 266,2 auf 243,9 Millionen Euro senken. Wie das Unternehmen mitteilte, belief

sich der operative Verlust nach Steuern und Anteilen Dritter auf 62,8 Millionen Euro bei Abschreibungen auf Sachwerte in Höhe von 38,3 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Consors an dieser Stelle noch einen Gewinn von 26,5 Millionen Euro ausgewiesen.

Obwohl der Online-Broker nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 40 000 Neukunden werben konnte, sanken die operativen Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr von 333,7 Millionen auf 179,6 Millionen Euro. Die Anzahl der Trades ging aufgrund der schwachen Börsen von 12,3 Milliarden auf 7,4 Milliarden Euro zurück. So meldet Consors, dass im Durchschnitt je Kunde monatlich nur knapp mehr als eine Aktientransaktion getätigt wurde.

Die kompletten Zahlen will das Nürnberger Unternehmen am 27. März im Rahmen einer Analysten- und Pressekonferenz vorlegen. Bis dahin könnte auch ein Käufer für Consors feststehen, nachdem die Frist für das öffentliche Bietverfahren Ende März abläuft. Der Online-Broker steht zum Verkauf, nachdem die in finanzielle Schieflage geratene Muttergesellschaft Schmidtbank (und Consors selbst) von einem Bankenkonsortium übernommen wurde (Computerwoche online berichtete). (mb)