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Connectel verklagt Cisco wegen Patentverletzung

03.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die in Miami Beach, Florida, ansässige Firma Connectel hat Cisco verklagt. Der Netzriese soll in einigen seiner neuesten Produkte patentgeschützte Technik von Connectel verwenden, das dafür Schadenersatz in unbekannter Höhe fordert. Die Klage wurde beim US-Bezirksgericht in Marshall, Texas, eingereicht.

Connectel ist nach eigenen Angaben im Besitz von vier Patenten, die ein "intelligentes Routing-System" beschreiben. Die Firma wird laut "Wall Street Journal" von Allen Kaplan kontrolliert, der bei allen vier Patenten als Miterfinder gelistet ist. Kaplan hatte sich in den frühen 90er Jahren mit Routing beschäftigt, um den Massenversand von Faxen effektiver zu gestalten.

Inzwischen ist einziger Geschäftszweck von Connectel das Durchsetzen der Patentrechte. Daniel Perez von der Kanzlei Winstead Sechrest & Minick aus Dallas, der Connectel vertritt, erklärte, die Firma erhalte von einigen Unternehmen Lizenzgebühren, er kenne aber den jährlichen Umsatz seines Klienten nicht. Den möglichen Schadenersatz von Cisco bezifferte er mit "hunderten von Millionen, wenn nicht Milliarden Dollar".

Connectel habe Cisco bereits vor Jahren kontaktiert, um seine Technik in Lizenz zu geben, seinerzeit aber eine Abfuhr erhalten. Das erste Patent wurde Connectel laut Perez im Jahr 2000 erteilt und deckt Entwicklungen bis zum Jahr 1996 ab. Cisco fertigt zwar schon seit den 80er Jahren Router, die Datenpakete durchs Netz leiten, Connectels Technik war aber laut Perez damals neuartig.

Eine Cisco-Sprecherin wollte die Angelegenheit nicht kommentieren, weil ihr die Klageschrift noch nicht vorlag. Das Gericht in Marshall wird häufig für Urheberrechtsstreite im Hightech-Bereich angerufen. Cisco selbst hatte dort im vergangenen Jahr seinen chinesischen Wettbewerber Huawei verklagt. (tc)