MWC: Uconnect LIVE Service für den Fiat 500X

Connected Car von Fiat und Accenture

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Auf dem Mobile World Congress präsentierte Accenture den neuen Fiat 500X als Connected Car. Gemeinsam entwickelten beide Unternehmen die digitale Plattform Uconnect Live Service.
Mit dem Fiat 500X kommt ein Connected Cra auf den Markt, das gemeinsam mit Accenture entwickelt wurde.
Mit dem Fiat 500X kommt ein Connected Cra auf den Markt, das gemeinsam mit Accenture entwickelt wurde.
Foto: Fiat

Accenture unterstützt Fiat Chrysler Automobiles (FCA) beim Auf- und Ausbau eines Infotainment- und digitalen Serviceangebotes im Auto in der EMEA-Region. Der Uconnect LIVE Service ist erstmals im neuen Fiat 500X verfügbar sein. Die von Accenture mitentwickelte Infotainment-Plattform ermöglicht dem Fahrer den Zugriff auf eine Vielzahl von vernetzten und mit dem Internet verbundenen Diensten.

Accenture verdient am Service Provisioning

So bietet Uconnect LIVE etwa die Möglichkeit, von unterwegs unkompliziert auf soziale Netzwerke wie Twitter oder Fiat zuzugreifen, das eigene Fahrverhalten zur Senkung des CO2-Ausstosss zu kontrollieren, sowie auf eine Vielzahl von Wartungs- und Diagnostikservice zuzugreifen. Ebenso interessant ist das Business-Modell, das hinter Uconnect steht. "Wir haben die Entwicklung vorfinanziert", erklärt Marcello Tamietti, Managing Director Connected Transportion Global Lead bei Accenture, "und partizipieren dann an den Umsätzen in Form eines Service Provisioning."

Als Headunit kommt entweder ein System von Harman (mit QNX) oder von Continental (Windows embedded) zum Einsatz.
Als Headunit kommt entweder ein System von Harman (mit QNX) oder von Continental (Windows embedded) zum Einsatz.
Foto: Hill

Auf den ersten Blick reißen einen Services wie Infotainment, Web-Radio Digital Music, Social Networks oder Connected Navigation im Jahr 2015 nicht mehr unbedingt vom Hocker. Doch das System kann mehr. So analysiert das Fahrzeug etwa den Fahrstil des Fahrers und beurteilt diesen und Eco-Aspekten. Diese Daten werden dann in der Cloud gespeichert und können etwa mit Freunden ausgetauscht werden. Im Zuge einer Gameficiation ist aber auch ein anderes Szenario vorstellbar: Die Verbrauchswerte eines Firmenfuhrparks werden verglichen und jeden Monat wir der sparsamste Fahrer mit einem Incentive prämiert - eine Idee, um die Unterhaltskosten des eigenen Fuhrparks zu senken.

Value Add der Daten

Ein anderer Assistent hilft dem Fahrer, wenn eine der zahlreichen Kontrollleuchten moderner Fahrzeuge aufleuchtet. Das System meldet dem Fahrzeug dann, wie schwerwiegend der Fehler ist und ob er weiterfahren kann. Gleichzeitig bilden diese gewonnenen Daten laut Tamietti für Fiat einen echten Mehrwert, da sie der Qualitätssicherung im Betrieb dienen. Stellt der Hersteller etwa fest, dass ein Bauteil unter bestimmten Betriebsbedingungen ausfällt, dann kann er diese Fahrzeuge vorab zum Service in die Werkstatt rufen und benötigt keine große Rückrufaktion wie bisher. Gleichzeitig können diese Daten zur Produktverbesserung genutzt werden. "Ein europäischer Hersteller von Dämpfungssystemen wird diese Daten nutzen, um den Federungskomfort optimal anzupassen", so Tamietti, "dabei ist auch ein update wie bei den Systemen in der Formel 1 denkbar."

Das ist vielleicht auch eine der größten Überraschungen des Uconnect-Systems: Die Update-Möglichkeit over the Air (OTA), denn bislang fürchteten die Hersteller dieses Verfahren aus Security-Gründen wie der Teufel das Weihwasser. Tamietti ist allerdings überzeugt, dass das System sicher ist. So werde etwa eine M2M-SIM-Karte verwendet, die keine eigene Telefonnummer habe, und damit nicht ohne weiteres von außen erreichbar sei. Ferner erfolge die Verbindung über ein VPN und die Kommunikation selbst wiederum verschlüsselt per https. Zudem würden nur Updates akzeptiert, die von Fiat digital signiert sind.