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Conceptware meldet Insolvenz an

26.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Conceptware AG hat beim Amtsgericht in Königstein Insolvenz beantragt. Der Anbieter von Web-Content-Management-Software macht die stark gesunkene Nachfrage der letzten Monate dafür verantwortlich, dass die Umsätze des Jahres 2001 wohl deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Laut Stefan Utzinger, Chef von Conceptware, soll das Geschäft in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter neu strukturiert werden. Damit soll für die Kunden und Partner bis auf weiteres alles beim alten bleiben. Utzinger geht davon aus, dass innerhalb der nächsten zwei Wochen konkrete Entscheidungen fallen was die Zukunft des Unternehmens betrifft.

Die Schwierigkeiten von Conceptware zeichneten sich bereits im Sommer dieses Jahres ab. Ende Juli mussten 20 Prozent der Belegschaft ihren Hut nehmen. Eine absolute Zahl wollte Utzinger damals nicht nennen. Ziel war es damals, den Personalstamm auf 50 bis 70 Mitarbeiter zu reduzieren.

Laut Utzinger soll das 1992 gegründete Unternehmen so ausgerichtet werden, dass eine dauerhafte Überlebenschance besteht. Ein Businessplan für das nächste Jahr sei bereits erstellt. Geplant sei, den Mitarbeiterstamm von etwa 20 Angestellten, der seit der letzten Entlassungsrunde Ende September 2001 besteht, weiter zu beschäftigen. Allerdings sollen beispielsweise Lehrlinge, deren Abschluss bevorsteht, nicht übernommen werden. Als einziger Standort wird die Firmenzentrale in Schwalbach am Taunus bestehen bleiben.

Auf der Produktseite wird die E-Business-Suite „Gatebuilder“ deutlich billiger. Statt 38 000 Euro kostet das Paket zukünftig 25 000 Euro inklusive Beratungsdienstleistungen. Daneben plant Conceptware mit „Jcape“ ein Java-basiertes Produkt, dass zwischen 1500 und 7500 Euro kosten soll. Betaversionen seien bereits im Einsatz, so Utzinger. Beide Produkte würden von den Kunden gut angenommen, widerspricht der Geschäftsführer Behauptungen aus firmennahen Kreisen, Gatebuilder sei fehlerbehaftet und Jcape habe das Betastadium noch längst nicht erreicht.

Sylke Becker, die die Internet-Inhalte des Conceptware-Kunden Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagebaus (VDMA) betreut, erklärte, sie habe mit Entsetzen von den Problemen ihres Softwarelieferanten gehört. Vorerst seien jedoch keine Konsequenzen geplant, da noch nicht klar sei, was mit der Firma passiert. Sollte es die Firma irgendwann nicht mehr geben, geht Becker davon aus, dass es zertifizierte Partner geben wird, die zumindest die Produkte von Conceptware weiter pflegen. (ba)