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Computerpionier George Morrow ist tot

12.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Mathematiker und Programmierer George Morrow am vergangenen Mittwoch im kalifornischen San Mateo gestorben. Morrow wurde 69 Jahre alt und litt nach Auskunft seiner Frau seit einem Jahr an der Knochenmarkskrankheit aplastische Anämie.

Morrow nahm nach einer Lehrtätigkeit als Mathematiker an der University of Berkeley in den frühen 70er Jahren die Arbeit als Programmierer beim Lawrence Berkeley National Laboratory auf und trat dem legendären Homebrew Computer Club bei, dem unter anderem auch die Apple-Gründer Steve Jobs and Steven Wozniak angehörten.

Mitte der 70er Jahre gründete Morrow die Firma Microstuf, über die er Erweiterungskarten und andere PC-Add-ons vertrieb. Nach einer Umbenennung in "Thinker Toys" wurde daraus das Unternehmen "Morrow Designs", das einen der ersten tragbaren Rechner zum Preis von knapp 1800 Dollar angeboten hatte. An der Entwicklung der Bus-Architektur "S100" war Morrow ebenfalls maßgeblich beteiligt. 1985 stellte der Programmierer das mobile Rechner-Design "Pivot" vor, das er schließlich an Zenith Data Systems verkaufte. 1986 machte seine Firma pleite.

In seinen letzten Lebensjahren sammelte Morrow über 70.000 Schallplatten, hauptsächlich aus den 20er- und 30er-Jahren, die er nach einem selbst entwickelten Verfahren digitalisierte und über seine Firma Old Masters als CDs vertrieb. (lex)