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Computerchaos verzögert Wahlen in Venezuela

29.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Störungen im Computernetz haben die für vergangenes Wochenende angesetzten Wahlen in Venezuela verzögert. Das Oberste Gericht des südamerikanischen Landes verschob den Wahlgang, nachdem die US-Botschaft in Caracas Beschwerde über die Misshandlung zweier US-Bürger eingelegt hatte. Die beiden Angestellten der US-Firma Election System & Software sollten die venezolanischen Behörden bei der Behebung der technischen Probleme unterstützen. Als sie daraufhin von der Geheimpolizei des Landes physisch bedroht und misshandelt wurden, mussten sie in der US-Botschaft Zuflucht suchen. Im Vorfeld der Wahlen hatten Präsident Hugo Chavez und der Vorsitzende der Nationalen Wahlkommission die Softwarefirma beschuldigt, den Wahlprozess in Venezuela zu destabilisieren. Die Venezolaner waren ursprünglich dazu aufgerufen, die Repräsentanten von insgesamt rund 6200 öffentlichen Ämtern zu wählen - neben dem Präsidenten also auch die Kongressmitglieder, Gouverneure und Bürgermeister des Landes.