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Computer spürt die Top-Athleten von morgen auf

26.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Seit Sydney vor sechs Jahren den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2000 erhielt, investiert die australische Regierung in ein Athletenprogramm der etwas anderen Art. Das Australian Institute of Sport in der Hauptstadt Canberra hat ein Computerprogramm entwickelt, das unter dem sportlichen Nachwuchs des Landes die vielversprechendsten Talente für jede Sportart aufspürt. Das System sammelt Daten zu Körpermaßen wie Größe, Gewicht und Armspanne sowie sportliche Ergebnisse und vergleicht diese mit seiner Datenbank, die Informationen von rund 6000 Kindern enthält. Die physisch herausragendsten Jugendlichen werden herausgefiltert und mit der für sie geeignetsten Sportart kombiniert. Bis dato wurden mehr als 200 000 Kinder im Alter von 13 und 16 Jahren untersucht. Der Computer hielt ein Prozent von ihnen für förderungswürdig.

Während die Erfinder des Athleten-Suchprogramms das System für seine einfache Funktionsweise loben, sehen Kritiker ganz andere Gefahren. Sie befürchten, dass die Auswahl anhand rein physischer Merkmale noch keine künftigen Weltmeister ausfindig mache. Wichtig seien vor allem die psychischen Anlagen, die Sportlern das notwendige Durchhaltevermögen und die Fähigkeit geben, dem Wettkampfdruck stand zu halten.