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Compaq-Ergebnis leidet unter CMGI

24.01.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der texanische PC-Riese Compaq Computer Corp. hat aufgrund einer außergewöhnlichen Belastung durch seine Beteiligung am Internet-Inkubator CMGI für sein viertes Quartal einen Nettoverlust von 672 Millionen Dollar ausgewiesen. Ohne die CMGI-Abschreibung von 1,8 Milliarden Dollar ergibt sich ein Profit von 515 Millionen Dollar oder 30 Cent pro Aktie - zwei Cent mehr als Analysten nach einer Gewinnwarnung vom 12. Dezember erwartet hatten. Im Vorjahresquartal hatte Compaq 332 Millionen Dollar oder 19 Cent je Anteilschein verdient. Der Umsatz stieg von 10,48 Milliarden Dollar im vierten Quartal 1999 um zehn Prozent auf 11,53 Milliarden Dollar. Für das gesamte Fiskaljahr ergibt sich auf Basis von 42,2 Milliarden Dollar Umsatz (plus zehn Prozent) ein Nettogewinn von 569 Millionen Dollar oder 33 Cent pro Aktie (Vorjahr 34 Cent). Analysten hatten

ursprünglich 96 Cent erwartet. Den operativen Gewinn konnte der Konzern von CEO Michael Capellas gegenüber 1999 allerdings auf 1,7 Milliarden Dollar verdreifachen.

Für das angefangene Geschäftsjahr ist Compaq angesichts des schwächelnden PC-Markts weniger optimistisch und erwartet nur noch zwischen sechs und acht Prozent Umsatzplus. Noch vor einem Monat lautete die eigene Prognose zehn Prozent. Der Jahresgewinn werde für 2001 vermutlich zwischen 95 und 99 Cent je Aktie liegen. Analysten waren laut First Call/Thomson bisher von 1,17 Dollar pro Anteilschein ausgegangen. Dennoch zog die Comapq-Aktie im nachbörslichen Handel um 16 Prozent auf 23,90 Dollar an. Das liegt unter anderem daran, dass Compaq im Desktop-Geschäft profitabel wirtschaftet, die Bruttomarge erhöhen konnte und in den Handelskanälen laut Capellas keine Überbestände verzeichnet.